LIEBE ZUM KINO: Hinter den Kulissen

In meiner Jugendzeit sind mein Papa, meine Schwestern und ich öfter zusammen ins APOLLO-Kino gegenüber des Haus des Meeres gegangen. Mein Vater hatte uns vor dem Kino abgesetzt, uns Geld in die Hände gedrückt und ist weiter in die Parkgarage gefahren. Wir durften in der Zwischenzeit die Tickets holen. Das ist nun auch schon viele Jahre her.

Am Sonntag, dem Valentinstag, war es dann endlich so weit. Ich durfte zusammen mit meinem Schatz und einem weiteren Pärchen hinter die Kulissen des APOLLO blicken. Jede Dame bekam an diesem Tag auch noch eine Tulpe geschenkt. Das fand ich eine nette Idee. Sie steht jetzt bei mir in einer Vase und beginnt jetzt langsam, sich zu öffnen.

Das APOLLO selbst ist ein richtig spannendes Haus. 1905 wurde das Haus als Varieté-Theater erbaut. Irgendwann wurde daraus ein Stummfilmtheater mit 1.500 Plätzen. Stellt euch das mal vor. Heute hat der größte Saal dieses Kinos gerade einmal 300 Plätze, was für die heutige Zeit auch noch groß ist. Da die Stummfilme nicht gut ankamen, wurde schon nach wenigen Monaten ein Tonkino daraus. Nach mehreren Umbauten entstand ca. 1997 das APOLLO-Kino in seiner heutigen Form mit 12 Sälen. Sogar ein Hotel war schon in dem Haus. Witzigerweise wohnen immer noch ein paar Mieter im Haus, in dem sich das Kino befindet. Sie benutzen den Kinoeingang mit und auch den Fahrstuhl.

Eine sehr nette Dame der Betriebsleitung erzählte uns das alles beim Rundgang durch die vielen verwinkelten Gänge des Kinos. Sogar den Dachboden durften wir bewundern. Dort sieht man noch die alten Stahlträger des ehemaligen Theaters.

Heute ist alles digitalisiert, die Filme kommen auf Festplatten geliefert oder werden per Satellit eingespielt. Vor noch wenigen Jahren wurde dort noch mit riesigen 35 mm-Filmrollen hantiert. Das war noch harte Arbeit und teilweise richtig abenteuerlich, wenn in zwei Sälen parallel der gleiche Film gespielt wurde, aber nur eine Kopie des Films im Haus war. Da wurde über ein eigenes Rohrsystem die Filmstreifen über Rollen in den Nebensaal geführt und dort dann mit 2-minütiger Verspätung dann auch in den Projektor eingespannt und abgespielt.

Heute wird vom Vorführer wie bei einer Art Präsentation ein Programmablauf geschrieben. Vom Licht abdrehen über das Projektor einschalten, die Werbung, den Trailern bis zum Hauptfilm wird alles genau eingegeben, und dann spielt der Server nur mehr dieses Programm ab. Nichts wird hier dem Zufall überlassen. Bei den IMAX-Filmen kann der Vorführer gerade noch die Lautstärke selbst einstellen, alles andere wird fertig zusammengestellt geliefert. Das Haus hat einen zentralen Serverraum, der ganz schön heiß war. Bis zu 30 ° C Grad ist dort keine Seltenheit.

Zuletzt durften wir uns noch den Buffetbereich mit der großen Popcornmaschine anschauen. Sogar eine IMAX-Brillen-Waschmaschine gibt es dort.

Früher haben mich die vielen verwinkelten Gänge des Kinos immer sehr fasziniert. Ich stellte mir vor, dass es dort irgendwo richtig spannende Geheimnisse gibt. Ein paar davon wurden am Sonntag gelüftet, aber sicher längst nicht alle… 🙂

Für einen Kinofan wie mich, ist damit ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen.

Herzliche Grüße,

Eure Caroline

 

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4 Gedanken zu “LIEBE ZUM KINO: Hinter den Kulissen

  1. … in diesem Kino waren wir auch – allerdings nur einmal.
    Ich weiß die Handlung des Filmes noch ganz genau – den Titel habe ich vergessen.
    Ist auch schon lange her, damals war meine Lieblingstochter noch Kindergartenkind.
    Liebe Grüße dir!
    Segen!
    M.M.

  2. Ich kann die Begeisterung nachvollziehen, ich hatte auch schon die Möglichkeit einen Blick „hinter die Leinwand“ zu werfen. Wenn man einfach nur so ins Kino geht fällt einem gar nicht auf, was alles nötig ist, damit man einen schönen, unterhaltsamen Abend genießen kann.
    Schade ist irgendwie nur, dass dadurch ein bisschen Faszination verloren geht, weil man keine fantasievolle Vorstellung mehr vor Augen hat sondern weiß, wie es wirklich aussieht 🙂

    • Lieber Florian, herzlichen Dank für deinen netten Kommentar. Ja, da hast du recht. Wenn man ein paar der Geheimnisse lüften konnte, ist es danach nicht mehr ganz so faszinierend. Doch glaube ich, dass es im APOLLO immer noch ein paar Geheimnisse gibt, die ich noch nicht aufdecken konnte. 🙂

      Herzliche Grüße aus Wien,
      Caroline

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