LIEBE ZUR VIELFALT: wie eine japanische Prinzessin

Ich stehe auf einer Matte in einem Ankleideraum und bekomme von meinen beiden Anziehdamen weiße Kimonosocken gereicht. Sie sind perfekt auf die speziellen Schuhe abgestimmt, die etwas an Flip Flops erinnern, wenn die Kimonoschuhe auch wesentlich härter und bequemer als diese sind, wie ich finde. Die nächste gefühlte halbe Stunde werde ich frisiert, mein Haar mit hübschen japanischen Spangerl geschmückt und mir der Kimono angezogen. Ich brauche nur ab und zu die Arme zu heben oder mich zu drehen. Meine beiden älteren Anziehdamen fragen mich hin und wieder nach meinem Befinden, da die ganzen Tücher und Schnüre doch sehr wie ein Korsett wirken, und mein Atem immer flacher wird, wie auch mein Bauch und meine großen Brüste. Ganz im Gegenteil zum österreichischen/bayrischen Dirndl wird hier auf Sittsamkeit und Zurückhaltung Bedacht genommen.

Das Endergebnis ist verblüffend. Wenn ich nicht so ein europäisches Aussehen hätte, könnte ich glatt als japanische Prinzessin durchgehen, zumindest fühle ich mich so. 🙂

Der aufwendige Knoten auf meinem Rücken ist, wie ich lernen durfte, nur unverheirateten Frauen vorbehalten. Ein bisschen erinnert mich dieser an zwei kleine Engelsflügerl.

Ok, durch die vielen Stoffschichten und die doch recht enge Schnürung wird mir gleich einmal richtig heiß. Mein Körper passt sich aber rasch an. Immerhin werde ich über 2 Stunden so herumlaufen und den Kimono auch zusammen mit anderen Damen bei der Veranstaltung „Kultur verbindet die Welt – ein Japantag im GO7“ des Vereins ORIGAMI-Papierfalten für alle“ präsentieren.

Faul ins Sofa hineinknotzen geht schon mal nicht. Aufrecht mit geradem Rücken sitzen heißt hier die Devise. Eine Prinzessin muss schließlich Haltung bewahren, im wahrsten Sinne dieses Wortes.

Sämtliche Augen sind auf mich gerichtet, als ich den größten Raum der Veranstaltung betrete. Ich bin die erste von insgesamt 5 Damen, die heute einen Kimono tragen darf und bereits angekleidet ist. Das ist ungewohnt für mich, auch wenn nur wohlwollende Blicke auf mich gerichtet sind und freundliche Menschen mir entgegen lächeln. Normalerweise stehe ich nicht gerne im Rampenlicht der Aufmerksamkeit. Nur wenn mich der Mut packt, mache ich bei solchen Aktionen mit.

Auch die anderen Damen gesellen sich nach und nach in ihren Kimonos zu mir. Dann der große Augenblick der Präsentation. Die Fotoapparate blitzen und klicken um die Wette. Wow, das fühlt sich das toll an! 🙂

Nach 2,5 Stunden werde ich dann wieder aus dem Kimono befreit. Ich kann wieder tief durchatmen. Wie befreiend! Jetzt weiß ich, wie sich die höfischen Damen früher bei uns gefühlt haben müssen, wenn sie die engen Korsetts tragen mussten, die lange Zeit Teil der damaligen Mode waren. Also, da bin ich schon froh, dass die heutige Kleidung in dieser Hinsicht doch weitaus bequemer ist. Ein toller Tag mit schönen Erfahrungen geht zu Ende.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende mit tollen Erfahrungen,

Eure Caroline

 

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