LIEBE ZUR NEUGIER: Insekten zum Nachtisch – Ein Selbstversuch

Ich bin eine Querdenkerin, die gerne hinterfragt und nicht bloß alles so hinnimmt, wie es mir vorgeworfen wird. Ich blicke gerne über den Tellerrand hinaus, probiere gerne Neues aus und bin offen für neue Sichtweisen, auch was Ernährung im Speziellen angeht. Ich bin unkonventionell in vielerlei Hinsicht. So auch diesmal.

Am Wochenende waren mein Schatz und ich in Wiener Neustadt. Die Stadt kannte ich bisher nur als Umsteigebahnhof. Uns verschlug es unerwartet ins schlecht erreichbare Industriegebiet. Die vermeintliche Therme entpuppte sich als besseres Hallenbad, das Hotel erinnerte mich  mit seinen kleinen, gleichförmigen Kammern, dem als „modern“ angepriesenen Äußeren an aufgestapelte Baucontainer.

Ganz nach dem Motto „Machen wir das Beste daraus“, erholten wir uns mit Kuscheln, Lesen und einem Kurzbesuch im AQUA NOVA Bad.

Abends überraschte uns das Industriegebiet allerdings mit Abenteuern ganz anderer Art.

Neben einem für Nichtraucher ungeeigneten Lokal beim nahen Flugplatz und einem bekannten Fastfood-Lokal mit typischem grün-gelbem Logo fanden wir dank einer netten und hilfsbereiten Dame auf der sonst menschenleeren Straße ein kleines, aber feines Restaurant namens „Hollers“. Dieses kredenzte auf Wunsch neben sehr fleischlastiger Kost, die teilweise ganz schön exotisch war, und drei wenig einfallsreichen vegetarischen Gerichten, auch Insekten in salzig und süßen Varianten.

Am 1. Abend noch wenig mutig, traute ich mich beim 2. Abendessen dann doch und bestellte „Karamellisierte Insekten mit Vanilleeis, Kürbiskernöl und Schlagobers“. Serviert wurden mir statt dem angekündigten Öls ein paar Apfelschnitze und Heidelbeeren, dazu Mehlwürmer (Larven des Mehlkäfers), Grillen, Heuschrecken und „Zophobas“ (Schwarzkäferlarven) in Karamellsauce.

Da ich darauf eingestellt war, was ich bekommen würde, hatte ich keinerlei Ekelgefühle. Alle Insekten waren knusprig und schmeckten leicht nach Popcorn mit einem bitteren Beigeschmack, je nach Art. Die Mehlwürmer überzeugten mich am meisten.

Auch mein Schatz probierte die für unsere Breiten ungewöhnliche Nachspeise. Er war vom guten Geschmack positiv überrascht.

Insekten zu essen ist nicht neu, aber bei uns im heutigen Europa ein noch  junger Ernährungstrend.

Ich fühlte mich ein bisschen an das „Dschungelcamp“ erinnert. Die Aufmerksamkeit der Tischnachbarn war mir sicher. Insekten als Gesprächsthema bei Tisch so ganz locker und humorvoll, erlebt man eher selten. Für mich ein weiterer positiver Effekt des Ganzen. Vom oftmals ekelbehafteten Tabuthema zum Eisbrecher – welche eine bemerkenswerte Karriere einer Tierklasse!

So wurde unser Wochenende in Wiener Neustadt doch noch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Bleibt offen für alles Mögliche,

Eure Caroline

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “LIEBE ZUR NEUGIER: Insekten zum Nachtisch – Ein Selbstversuch

  1. Monika-Maria Ehliah schreibt:

    … es gibt so viele herrliche Speisen ….
    ich verzichte liebend gerne auf andere Lebewesen auf meinen Tellern …
    Segen dir und bleib weiterhin „Offen“ …. vielleicht auch für veganes Essen….
    probiers mal …..
    Liebe Grüße aus Ober-Österreich
    M.M.

    Gefällt 1 Person

    • Oh, liebe Monika-Maria, danke für deinen Kommentar. Ich selbst bin seit einigen Jahren flexitarisch unterwegs, esse Fleisch so selten wie möglich. Mein Papa und ich gehen sogar einmal die Woche vegan essen. Ich koche auch nur noch vegetarisch zu Hause. Ich war sogar mal eine Zeit lang Vegetarierin, aber ich habe große medizinische Probleme bekommen, weswegen ich damit wieder aufgehört habe. Ich bemühe mich, so weit es mein Budget erlaubt, auch viel Biologisches zu kaufen.
      Über Ernährung sollten man nicht streiten, finde ich. Ich muss damit leben können, nicht andere.

      Liebe Grüße aus dem eiskalten Wien und alles Liebe, Caroline

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