LIEBE ZUR NATUR: Ein unbekannter Naturpark samt Ruine Schrattenstein oder von Sieding nach Grünbach am Schneeberg

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Wo wandern, wenn es draußen affenheiß ist? Am besten im Wald.

Am besten gleich mal eine neue Route ausprobieren. Welche? Wollt Ihr wissen, was für ein geheimer Durchgang das ist? Ein Klick auf „Weiterlesen“ und Ihr wisst es…

Wir entschlossen uns für eine ganz neue Route in Niederösterreich und fuhren um 08.48 Uhr vom Wiener Hbf zuerst nach Ternitz, von dort weiter mit dem Bus (Richtung Losenheim) ein paar Minuten später nach Sieding. Dort spazierten wir ein paar Meter zurück zum Ortseingang und dann bei einem Schild links Richtung Naturpark Sierningtal-Flatzerwand, den wir bisher noch nicht gekannt haben, vorbei am örtlichen Friedhof flach dahin entlang eines Baches und einer schattigen Baumallee zum Naturparkeingang mit einem Naturparkhaus, einem Spielplatz und diversen Sitzmöglichkeiten und Wegtafeln. Wir wanderten aber stur geradeaus auf dem breiten Weg immer in Richtung Grünbach meist schattig zuerst weiter flach dem Bach folgend, später steiler bergauf bis wir nach einem längeren Stück (leider recht schlecht beschildert) eine T-Kreuzung erreichten. Dort wandten wir uns nach rechts in den Wald. Hier wurde die Beschilderung besser, auch ging es jetzt endlich wieder bergab, und so erreichten nach einer Weile eine weitere Kreuzung, wo wir zuerst die rechte Abzweigung zur Ruine Schrattenstein nahmen, die wir in weiteren 5 Minuten erreichten und durch das Steintor (siehe Foto) betraten. Diese entpuppte sich allerdings als Sackgasse, dafür erfuhren wir, dass „Schratten“ Kobold bedeutet. Nun, auch wieder etwas Neues gelernt.

Ich liebe ja so alte Gemäuer. Die Burg „Schrattenstein“ stammt aus dem 12. Jhdt. und war offenbar einmal eine richtig große Anlage. Manche Mauerreste zeugen noch davon. Interessanterweise habe ich bei meiner Recherche herausgefunden, dass sie (zusammen mit dem Schloss Stixenstein) der Stadt Wien gehört. An Letzterem kamen wir bei unserer Wanderung (auch an einer Herde Ziegen und an ein paar Schweinen und Hühnern) vorbei, wo auf Tafeln etwas über die Geschichte und die jetzige Verwendung des Schlosses steht. Auch, dass es im Besitz der Stadt Wien steht, nur von der Burg habe ich das bis gerade eben nicht gewusst.

Nach einer kurzen Trinkpause gingen wir das kurze Stück bis zur Kreuzung zurück und nahmen diesmal den zweiten Weg. Dieser ging nun steil und geröllig bergab und führte uns dann bis in eine Ortschaft namens Schrattenbach. Dort trafen wir auf freundliche Leute, die uns empfahlen, bei der Hitze die leichte, zuerst bergab und dann flach führende Straße in die Nachbarortschaft Rosental zu nehmen, wo uns ein kurzer und leichter Regenschauer überraschte, der uns eine kurze Pause unter einem Carport verschaffte. Dann stellten wir überrascht fest, dass es nur mehr ein paar hundert Meter bis nach Grünbach waren, wo am Beginn schon das süße kleine Freibad mit Kantine und wunderbar erfrischendem Wasser auf uns wartete. Den Eintritt von EUR 2,70 gönnten wir uns gerne (für all jene, die im Besitz der NÖ-Card sind, ist der Eintritt kostenlos, auch für jene, die nicht ins Wasser wollen – nicht schlau bei den Temperaturen-).

Nach einer vorbereitenden Dusche ging’s auch schon flugs ins kühle Nass, dann eine wohlverdiente Stärkung in der Kantine und ein (Lese-)Pause unter einem schattigen Baum. Nach einem kurzen Blick auf den Fahrplan (von Grünbach Bhf.* fährt am Nachmittag am Sa angenehmerweise jede Stunde ein Zug, immer zu Minute 50), entschieden wir uns für eine längere Pause und verbrachten eine angenehme Zeit im Freibad. Dann wäre es fast noch mal eng geworden, hatten wir den Weg bis zum Bahnhof doch etwas unterschätzt. Ging sich aber Gott sei Dank noch knapp aus, das Ticket konnten wir im Zug am Automaten lösen.

Der Naturpark selbst ist ein Paradies für Schmetterlinge, auch einiger vom Aussterben bedrohter. Wir konnten neben dem heuer sehr häufigen „Kaisermantel“ z. B. auch den streng geschützten „Russischen Bären“ oder das geschützte „Tagpfauenauge“ entdecken. Im Ort Schrattenbach gibt es auch ein paar Infotafeln über die Flora und Fauna der Gegend, viele gehören zu den (streng) geschützten Arten.

Fakten: Sieding – Naturpark – Abstecher Ruine Schrattenstein – Ort „Schrattenbach“ – Rosental – Grünbach/Schneeberg Freibad – Grünbach Bhf.

Weg anfangs flach, später langes Stück bergauf, nach der T-Kreuzung im Wald dann wieder bergab (flach/leicht bergauf zur Ruine), flach nach Rosental bzw. Grünbach.

Für Anfänger geeignet. Zum Teil wird die Route auch als Fahrradweg genutzt!

Unsere Gehzeit (mit kurzen Trinkpausen, ohne Freibad-Pause): rd. 3 Stunden plus ca. 20 min zum Bahnhof (Weg führt (leicht) bergauf).

Eintritt Schwimmbad: EUR 2,70 für Erwachsene (Halbtageskarte ab 13.00 Uhr)

Beste (Zug-)Verbindung (gültig Fahrplan 2018): Abfahrt Wien Hbf. 8.48 Uhr bis Wr. Neustadt, Umstieg in den Zug Richtung Payerbach-Reichenau bis Ternitz, dann Bus Nr. 1720 von Bhf.-Vorplatz bis Sieding am Samstag (nur wenige Verbindungen nach Sieding), Ankunft: 10.07 Uhr), Rückfahrt: Zug von „Grünbach Bhf.“ immer zur Minute 50, von „Grünbach Schule“ immer zur Minute 46, gelten für Samstage) nach Wien Hbf.

*Achtung: nicht zu verwechseln mit Station Grünbach Schule, dort fährt der Zug bereits zu Minute 46 ab.

Fazit: Leichte bis mittelschwere Wanderung durch Schmetterlingparadies, meist schattig, teilweise am Bach entlang mit erfrischender Abkühlung im Freibad von Grünbach/Schneeberg. Für uns unbekannter, aber lohnenswerter Naturpark mit vielen Wandermöglichkeiten in der Umgebung der Wiener Hausberge.

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