LIEBE ZUM SPORT/LESEN: meine 1. Radtour ganz allein und ein achtsam kurzweiliges Lesevergnügen

Vergangenen Sonntag hab ich meine 1. Radtour nach Greifenstein ganz allein gemacht. Es waren diesmal auch deutlich mehr Kilometer als sonst. Insgesamt habe ich 60 km gemacht. Ich habe fokussiert geatmet und somit eine deutlich bessere Leistung abrufen. Sonst habe ich mit meinem Exfreund auf dem Hinweg eine Pause gemacht, aber diesmal hab ich diese weggelassen. Dafür habe ich mir am Zielort ein schönes Platzerl unter einem Baum gesucht und dort in Ruhe gelesen, bis es mir zu laut geworden ist. Dann ging es flugs zurück nach Wien. Es war interessant, einmal ganz ohne Begleitung eine Radtour zu machen. Ich konnte meine Geschwindigkeit ganz nach meinen Bedürfnissen wählen. Ich brauchte mich weder irgendjemandem anpassen, noch musste ich Rücksicht nehmen. Zeit für mich ganz alleine. Dem Lesen, was ich in den letzten Monaten nur wenig gemacht habe, konnte ich endlich wieder ganz entspannt nachkommen. Ich amüsiere mich übrigens gerade königlich über „Achtsam morden“ von Karsten Dusse. Kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht nur ausgesprochen kurzweilig und (schwarz) humorvoll geschrieben, sondern man bekommt nebenbei noch allerlei Tipps zum Thema Achtsamkeit. Es gibt auch schon eine Fortsetzung, die ich mir ebenfalls bereits gekauft habe. Ich freue mich jetzt schon drauf.

Alles Liebe

Eure Caroline

 

 

LIEBE ZUR SPIRITUALITÄT: Liebe atmen

Andere Partnerschaft, andere Interessen. Mein Freund und ich verbrachten das Wochenende mit ein paar anderen herzensoffenen Paaren und ein paar Singles bei einem Tantraseminar. Ohne Sex, ohne Nacktheit und ohne Massagen. Ja, solche Tantraworkshops gibt es auch noch, worüber ich sehr froh bin. Nicht, weil ich Probleme mit den genannten Dingen hätte (ganz im Gegenteil 🙂 ), sondern, weil das originale Tantra aus Indien eine Lehre zur spirituellen, emotionalen und persönlichen Weiterentwicklung ist, welche die sexuelle Energie dafür nutzt. Nicht bloß eine Methode, um befriedigenderen Sex zu haben; das ist eine angenehme, genussvolle Nebenwirkung, aber nicht der Fokus. Die Paare blieben unter sich. Die Singles übten für sich allein.

Es war mein erstes Tantraseminar und dann gleich noch eines, das von einem Lehrer angeleitet wurde. Obwohl es schon ein recht fortgeschrittenes war, war es doch genau das richtige für mich. Ein toller, humorvoller Lehrer aus den USA, eine sympathische Assistentin aus der Schweiz.

Was wir dort dann gemacht haben? Vor allem geatmet. Bewusst, fokussiert, ganz. Visualisiert, gelacht, geredet, entspannt. Ein paar Übungen, um die erzeugte Energie bei uns zu behalten bzw. zur Erdung. Ein paar Partnerübungen, aber ebenfalls angezogen. Ich gebe es gerne zu, ein paar Küsse waren auch dabei und achtsam sein und Nähe und Intimität schenken, gehalten werden, Präsenz des Mannes, Hingabe der Frau. Das wurde uns aber nicht beigebracht, das entstand durch das Tun und das Miteinander vor Ort.

Liebe machen im wortwörtlichen Sinn. Ein Feld der Liebe erzeugen. Wunderschön, was da entstanden ist. „Schlüssel“ wurden entdeckt, Emotionen geheilt, Veränderung entstand. Am 2. Tag habe ich diese Entwicklungen schon stark gespürt. Das ist so toll! Nach nur ein paar Stunden hatte sich schon so viel getan.

Alles nur durch die richtige Atemtechnik und ein paar weitere Übungen. Jetzt heißt es weitermachen und dranbleiben. Nur dann entsteht das gewünschte spirituelle, emotionale und persönliche Wachstum und noch ein paar andere angenehme physische und psychische Effekte.

Ich atme Energie ein und atme Liebe aus.

Alles Liebe

Eure Caroline

 

 

 

 

LIEBE ZUR BERÜHRUNG: „Blindes“ Kuscheln

Ein geschützter Raum, unter Anleitung der Kuschel-Trainerin Andrea. Diesmal wieder eine große Gruppe von 18 Frauen und Männern.

Ich fühle mich diesmal an den Kinofilm „Die Wunderübung“ nach der gleichnamigen Komödie von Daniel Glattauer erinnert.

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LIEBE ZUR BERÜHRUNG: Die Herz-Übung

Schon wieder eine Kuschelparty, bereits die Vierte, eine andere Trainerin (Maria) diesmal, eine kleine Gruppe – gerade sechs Mitkuschlerinnen. So weit, so bekannt. Geborgenheit, Erdung, Entspannung, Freude, Wohlbefinden. Thema: Flowerpower – 70er Jahre – ganz wunderbare Musik. Diesmal waren sogar mehr Männer (2/3) als Frauen (1/3) da.

Es entstehen auch unglaublich berührende Momente. Alles hat Raum. Tränen, Lachen, spontane Umarmungen. Die Herzen werden weit und offen, und so kann wieder Neues im Leben entstehen. Festgefahrenes kann wieder fließen. Altes wird losgelassen. Befreiung entsteht. Achtsamkeit und Einfühlsamkeit ist so wichtig, besonders einem selbst auch gegenüber. Wie geht es mir gerade? Muss ich etwas ändern?

Achtsame Berührung ohne sexuellen Hintergrund ist so kraftvoll und nährend. Ein Geben und Nehmen ohne Erwartungen, bedingungslose Annahme des anderen. Einfach Liebe im Moment. Wenn die Zeit um ist, geht jeder wieder seiner Wege. Was bleibt ist Wohlbefinden und eine bessere Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers, der eigenen Grenzen.

Eine Übung davon möchte ich gerne heute teilen:

Jeder bekommt ein großes Papier-Herz auf den Rücken geklebt. Dann suchen sich alle ein Gegenüber und schauen sich in die Augen. Welche positiven Eigenschaften oder Eindrücke auch immer gerade auftauchen wollen, sollen wir dann auf das Herz der Übungsperson  schreiben. Wenn beide fertig sind, wird gewechselt. Bei so einer kleinen Gruppe kommen alle zum Zug. Am Ende hat jeder ein ganzes Herz voller schöner Dinge, das er mit nach Hause nehmen kann. Es soll uns daran erinnern, welch tolle Menschen wir sind, jeder von uns. Wir mäkeln eh oft genug an uns herum. Das sollten wir dringend ändern!

Alles Liebe und eine herzliche Umarmung

Eure Caroline

 

 

LIEBE ZUR BERÜHRUNG: Anleitung zum Kuscheln

Ich stehe am Donnerstagabend vor einem Altbau im 16. Bezirk in Wien in der Hyrtlgasse. Neben dem Klingelschild der Tür Nr. 12 (Therapiezentrum Hyrtlgasse) ist mit Klebeband ein Zettel mit der Aufschrift „Die Kuschelparty“ befestigt. Ich atme tief durch und betätige den Türöffner. Das Haus verschluckt mich. Weitere aufgehängte Hinweise führen mich zum Therapiezentrum. Die Türe ist nur angelehnt. Frau Andrea Kiss, die Leiterin dieser Veranstaltung, begrüßt mich freundlich und zeigt mir die Garderobe und erklärt mir, wie die Anmeldung funktioniert. Ich fühle mich etwas angespannt, aber ich ziehe mich um und zahle die EUR 18,00 an die Assistentin an der „Rezeption“. Ich schreibe meinen Namen auf einen der vorbereiteten Klebestreifen statt eines Namensschildes und klebe ihn mir auf mein T-Shirt. Der Pausen- bzw. Aufenthaltsraum, wo sich auch die Toiletten befinden, ist auch eher klein, aber gemütlich mit einem großen Sofa und Hockern ausgestattet. Auf den umliegenden Tischen befinden sich haufenweise Knabbereien und auch Wasser und Tee zur Stärkung. Ich sitze etwas befangen auf dem Sofa und erwarte die Dinge, die da kommen mögen.

Ich überrascht, wie viele Menschen das Bedürfnis nach Kuscheln und körperlicher Berührung nachgehen. Wir sind 20 Personen, bunt gemischt mit dem gemeinsamen Wunsch nach Berührung. Immerhin sind wir uns alle mehr oder minder fremd. Besonders jene, die wie ich, zum ersten Mal dorthin kommen. Besonders freut mich, dass auch ungefähr die Hälfte der Teilnehmerinnen Männer sind. Die weiche, verletzliche, sensible Seite zu zeigen, fällt vielen Männern schwer.

Ich bin kein Single und habe auch keinen Mangel an körperlicher Berührung, aber für mich ist Kuscheln mehr als nur Bedürfnisbefriedigung. Es ist für mich Stressbewältigung, Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen, Selbstbewusstseins- und Immunsystemstärkung in einem. Je mehr, desto besser. Außerdem bin einfach schrecklich neugierig. Ich tue Menschen gerne Gutes, ein Grund, warum ich vor vielen Jahren Masseurin geworden bin. Mittlerweile kommt nur mehr mein Schatz in den Genuss, was ich schade finde. So viele Menschen sind alleine oder haben zwar einen Partner/eine Partnerin, aber haben dennoch einen Mangel an Berührung, so traurig das ist. Nicht jeder/jede hat so ein Glück, wie ich, so eine außergewöhnliche Lebenspartnerschaft zu führen.

Auf los, geht es los. Wir beginnen mit einer ganz schnellen Begrüßungsrunde und der Erläuterung der Kuschelpartyregeln (kein Sex, kein Kuschelmuss, Kleidung bleibt an etc). Dann geht es auch schon mit Ankommens- und Achtsamkeitsübungen los. Jede Übung bringt uns immer näher an die anderen Teilnehmerinnen heran und baut Vertrauen und Wohlfühlen auf. Meine anfängliche Anspannung und mein Unwohlsein verfliegen mehr und mehr. Bei einer Übung stehen je die Hälfte von uns im Kreis und strecken die Hände in die Mitte, um dann vorsichtig und zärtlich die Hände und Arme der anderen zu erkunden. Bei der letzten Übung vor der Pause liegt abwechselnd eine oder einer mit verbundenen Augen auf einer Matte und lässt sich nach seiner/ihrer Anleitung von zwei anderen verwöhnen. Nach einer Weile wird gewechselt. Ich genieße es so, zu sehen und zu spüren, wie ich mit meinen Händen einem (fremden) Menschen Wohlbefinden und Entspannung schenken kann. Wie früher als Masseurin. Meine Gabe der Hochsensitivität hilft mir hier sehr. Meine Feinfühligkeit, Anpassungsfähigkeit und Empathie kann ich nutzen, um Menschen Gutes zu tun. Das gefällt mir sehr.

Nach der Pause beginnt das eigentliche Kuscheln, sozusagen. Die Matten liegen zu einem großen Feld zusammengeschoben auf dem Boden. Bald liegen alle kreuz und quer in unterschiedlichsten Konstellationen auf den Matten und genießen die wohlige Kuschelstimmung. Meine anfängliche Scheu ist komplett verflogen. Ich finde mich am Rand der Gruppe zwischen zwei Männern als „Kuschl-Sandwich“ wieder. Meine linke Hand hat immer wieder Kontakt mit weiteren Armen und Händen. Irgendwann wird mir der Typ im Rücken zu viel und ich schüttle ihn ab. Auch der Mann auf der anderen Seite neben mir muss ein Pause einlegen. Für die Länge eines letzten Liedes kuscheln wir uns nochmals ganz eng zusammen. Seine wunderbare Energie entspannt mich total und gibt mir Geborgenheit und Sicherheit. Ich weiß von ihm nicht viel mehr als seinen Namen. Was absichtslose Berührungen so alles bewirken können.

Nach einer kurzen Abschlussrunde ist die Party auch schon wieder vorbei. Die nächste kommt bestimmt. 🙂 Ein Gruppenerlebnis mit Suchtfaktor.

Ich kann es nur jedem empfehlen, egal ob Single oder Paar. Kuscheln und Zärtlichkeit kann man nie genug in seinem Leben haben, finde ich.

Herzliche Grüße

Caroline

PS: Danke fürs Lesen! Ihr seid toll! ❤

PPS: Die Idee dazu hatte ich schon lange, nachdem eine liebe Freundin, die jetzt in Freising (D) lebt, diese Kuschelpartys selbst besucht und viel Gutes zu berichten hatte. Erst nachdem eine andere Freundin wieder davon erzählt hat, habe ich mich dazu entschlossen, auch endlich mal hinzugehen. Leider hatte sie keine Zeit, um mich dorthin zu begleiten.

PPPS: http://www.diekuschelparty.at für weitere Infos und Anmeldung

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LIEBE ZUR NATUR: Zum Wochenende

Blühende Büsche 2016

entdeckt am 28.04.2016 in 1020 Wien

 

Ich wünsche euch allen ein wunderbar sonniges Wochenende mit super positiven und lieben Menschen!

Herzliche Grüße

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Kahlenbergfrühling

Oh, ist das nicht wunderschön? Auch am Kahlenberg und am Leopoldsberg, die mein Schatz und ich am Samstag bewandert haben, stehen die Pflanzen in voller Blüte. Die Erdbeeren, der Bärlauch und der Flieder locken die fleißigen Tierchen bereits mit ihrem köstlichen Nektar. Die Maiglöckchen (kein Foto) brauchen noch ein paar Tage. Die hübschen Glöckchen sind schon angelegt, aber verstecken sich noch vor dem kalten Wind.

Achtung: die Maiglöckchen sind hoch giftig. Wer zu Allergien neigt, sollte sie auch nur mit Handschuhen anfassen. Verwechselbar mit Bärlauch sind sie jetzt auch nicht mehr, dank der typisch sternförmigen Bärlauchblüte. Maiglöckchen riechen weder nach Knoblauch, noch wachsen sie büschelweise. Nur zwei Blätter auf einem langen Stiel mit den typisch hängenden Blütentrauben (?).

Der Weg vom Kahlenbergdorf auf den Kahlenberg über die „Nase“ ist zwar der anstrengendere Weg, aber die herrliche Aussicht über Wien belohnt den fleißigen Wandersmann bzw. die strebsame Wandersfrau. 🙂 Auch eine Wasserstelle lädt zum Rasten ein. Eine Riesenrunde haben wir gemacht (3,5 h). Bis nach Nußdorf sind wir gewandert. Über wunderschöne Waldwege mit dem vielseitigen Gesang der Vögel im Hintergrund. So lässt sich die Natur gut genießen. Es waren zwar einige Menschen unterwegs, doch auf manchem Pfad im Wald waren wir dann dafür fast alleine. Die Bäume sind voller Energie und teilen sie gerne mit demjenigen, der achtsamen Schrittes seiner Wege geht.

Herzliche Grüße und weiterhin ein schönes Leben,

Eure Caroline

LIEBE ZUR ENTSPANNUNG: Klangteppiche weben

Stellt Euch vor, ihr liegt auf einem weichen Lager und werdet umschwebt und umwebt von angenehmen, harmonischen Klängen, deren Vibrationen jede Eurer Zellen zum Tanzen einladen. Tiefe und höhere Töne bringen Euch zum Schwingen. Alles Schwere fällt von Euch ab. Ihr entspannt Euch mehr und mehr und schwebt auf Klangwolken dahin. Alles Andere wird unwichtig und klein. Bis der hohe Ton einer Zimbel Euch wieder in die Welt zurückholt. Ihr spürt immer noch, wie die Energie ohne Hindernisse durch Euren Körper fließen kann. Noch zwei bis drei Tage später fühlt Ihr immer noch die wundervollen Nachwirkungen der Klangerfahrung in Euch wirken.

Ich hatte dieses Erlebnis am Wochenende gleich zwei Mal. Ein herrliches, wunderbar leichtes Gefühl. Ich besuchte das Seminar Klangmassage 1. Mit wunderbaren Erfahrungen reicher starte ich in die neue Woche. Natürlich gab es auch sehr viel zu lernen, sodass mein Kopf viel zu tun hatte. Die Hitze war eine eigene Herausforderung für sich. Besonders der 1. Tag war anstrengend und sehr lang.

Da war der Spaziergang durch den grünen Prater mit meinem Schatz gestern nachmittag wunderbar ausgleichend und unbedingt nötig nach den vielen Stunden des Sitzens und der Bodenarbeit.

Wir waren mit der Trainerin 14 Frauen. Eine Ausnahme, wie ich erfahren habe. Sonst sind schon auch immer ein paar Männer dabei.

Wer eine Klangmasseurin in seiner Nähe hat, der sei eingeladen, das einmal auszuprobieren. Es lohnt sich. Klangmassage wird allerdings nur zur Gesundheitsförderung und Entspannung eingesetzt. Sie ist keine Therapiemethode.

Ich wünsche Euch einen klangvollen Tag,

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Schnee, Schuhe und Schokolade

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Ganz anders, als geplant, verbrachten wir unseren Kurzurlaub auf der Schneealpe. Freitag und Samstag. Freitag fahren noch Busse. Es war heiß, herrlich und abenteuerlich. Viele Wege führen hinauf, wir starteten von Kapelln aus, wie auch schon letztes Jahr, damals im August im Schneeregen, diesmal in der ersten Vorsommerhitze. Dabei ist es vermutlich noch der einfachste Weg gewesen. Dennoch war ich fertig, trotz genügend Wasser, Müesliriegel und Schokoweihnachtsmann (Ja, wirklich).

Unser Ziel war die Lurgbauerhütte. Die kannten wir auch schon von letztem Jahr. Nette Menschen, alles neu renoviert mit viel Holz, Schweiß und Detailverliebtheit. Köstliche Bio-(Milch)produkte aus der eigenen Sennerei bzw. vom eigenen Hof. Super köstlich. Nur diesmal ging es mir nicht so gut. Ich hatte von der Anstrengung starke Kopfschmerzen und mir war flau im Magen. Konnte das Abendmahl diesmal nicht genießen. Herrliche Landschaft, unglaublich vielfältige Flora. Sogar allerhand Schmetterlinge und allerlei Käfer. Der Enzian blühte auch schon. Wir waren an dem Tag wieder die einzigen auf der Hütte. Bei Regen verständlich, aber nicht bei dem herrlichen Wetter, vermutlich war es einfach viel zu heiß.

Ruhe, Frieden, Harmonie, Mensch, was brauchst du mehr? Genau das Richtige für mich.

Wir gingen früh schlafen. Das ist so, wenn man in die Berge geht. Man ist auch mit den ersten Sonnenstrahlen wieder munter. Nach einem stärkenden Frühstück wollten wir noch über den Windberg, einem der Gipfel, aber dazu sollte es nicht kommen.

Gerade ein paar hundert Meter gegangen, da löste sich die Sohle meines rechten Schuhs ab. Der andere war kurz davor. In McGyver-Manier hatte ich natürlich noch mein Taschenmesser gezückt und mit einer festeren Haushaltsschnur die Sohle an die Schuhe gebunden. Hat leider nicht viel genützt. Nach einiger Zeit habe ich dann mit der russischen Methode (allfällig mitlesende Russen mögen mir diesen Ausdruck verzeihen) gearbeitet und das kaputte Stück Sohle einfach von beiden Schuhen abgerissen. Das war dann gleich viel besser. Dafür habe ich jetzt vom ungewohnten Vorfußgang einen saumäßigen Muskelkater in den Waden und natürlich ist in solchen Momenten dann der Aufzug mal wieder kaputt. Beim heutigen Waschtag musste ich vier Mal vier Stöcke hoch und runter. Ich sage nur, das tut weh…

Mein Schatz war sauer und enttäuscht, weil der geplante Weg wegen meinen Schuhen nicht machbar war. Nun, ich konnte es in diesem Moment nicht ändern, da heißt es, das Beste daraus machen. Nächstes Mal schaue ich vorher, ob die Schuhe noch fit sind. Am schnellsten Weg nach unten, und das war der Weg nach Altenberg/Rax. Abenteuerlich über Schneefelder und Geröllhalden, aber dafür relativ zügig nach unten. Da fährt am Samstag nicht mal ein Bus zu vernünftigen Zeiten, nur zwei früh am Vormittag. Ich rief ein Taxi aus Mürzzuschlag. Das war zwar teuer, aber anders wäre es nicht zumutbar gewesen.

Herzliche Grüße aus dem heißen Wien,

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Weglos und Schneckenreich

Wanderung am vergangenen Wochenende auf schönen Wegen von Hötzelsdorf (NÖ) über Pernegg und Horn an Tag 1., Zugfahrt bis Gars am Kamp (NÖ) und dann weiter am nächsten Tag nach Rosenburg zurück. Das Schloss haben wir dann aufgrund eines Wikingerspektakels ausgelassen.

Der erste Teil bis nach Pernegg ist noch einigermaßen gut beschildert, aber dann wird es schwierig. Viele Schilder sind kaputt und nur mit Mühe zu sehen bzw. richtig zu interpretieren. Wir haben uns dann auf dem Weg auch gleich im Wald verirrt. Ich bleibe in solche Situationen immer ganz ruhig. Panik kommt da komischerweise nie auf. Den himmlischen Helfern sei Dank, haben wir dann, kaum dass wir die Dunkelheit des Waldes hinter uns gelassen hatten, einen auskunftsfreudigen und ortskundigen Mann getroffen, der uns weiterhelfen konnte. Wir waren offenbar im Kreis gelaufen. Der Wegbeschreibung des Mannes folgend, erreichten wir tatsächlich nach kurzer Zeit einen kleinen Bach, der uns den restlichen Weg treu begleiten sollte. Wir erreichten dann nach Überquerung von drei abenteuerlich anmutenden Baumstammbrücken in Mödring an, wo wir vor der Dorfkirche rasteten.

Nach kurzer Pause wanderten wir weiter nach Horn, wo wir den Zug bis nach Gars am Kamp nahmen. Dort übernachteten wir in der „Waldpension“. Eine alte Villa am Waldrand.

Nach dem ausreichenden Frühstück wanderten wir nach Rosenburg  (s. Foto).

Da das Wetter war ideal für Schnecken, die wir sehr zahlreich beobachten konnten. Wir mussten wirklich bei fast jedem Schritt aufpassen. Haufenweise Weinbergschnecken, duzende Nacktschnecken (besonders viele junge), Schnirkelschnecken. In allen Farben, Formen und Altersklassen. Sogar eine große grün gefärbte Nacktschnecke habe ich gesehen. Ein besonders schönes Exemplar fand ich, als wir auf einer Bank auf dem „Weg der Stille“, der beim Kloster Pernegg (auf Fasten spezialisiert) beginnt, bei einer alten Ruine eine Rast einlegten. Eine Schnecke mit schwarzem Kopf, die ein flaches, schön gezeichnetes Haus trug, das auf der Rückseite eine Vertiefung hatte. Leider weiß ich nicht, was für eine Art das war.

Ich frage mich manchmal, wie Schnecken die Welt sehen. Wenn man auf nur einem Fuß knapp über dem Boden, langsam und bedächtig über den (Wald)boden kriecht.

Herzliche Grüße,

Eure Caroline