LIEBE ZUM WISSEN: Der simulierte Mars

Wusstet Ihr, dass das kleine Österreich führend ist, was die Simulation von Marsmissionen geht?

Die aktuelle Simulation im Oman (AMADEE 18) wird sogar von Innsbruck (Tirol) aus unterstützt. Das Mission Support Center befindet sich dort, von wo aus alle wichtigen Schritte der Mission geleitet werden. Auch die Kommunikation nach Außen mit den Medien usw. findet von dort aus statt.

Gestern waren mein bester Freund und ich bei einem interessanten Vortrag über dieses Projekt im Vortragssaal des Wiener Planetariums. Ein Student der TU Wien, der auch Mitglied des Vereins Österreichisches Weltraumforum (ÖWF) ist und auch fleißig bei der Mars-Simulation mitarbeitet, gab uns interessante Einblicke in diese Simulations-Mission. Das ÖWF wird ausschließlich von Freiwilligen, darunter mehrheitlich Studenten, am Leben erhalten und ist daher, wie vieles in der heutigen Zeit, von Förderungen und Sponsoren abhängig.

Sogar die durchschnittliche Funkverzögerung von rund zehn Minuten wird eingehalten, um möglichst reale Testbedingungen zu erzeugen. Speziell ausgebildete Wissenschaftler tragen Raumanzugssimulationsanzüge namens AOUDA (nach der indischen Prinzessin aus „In 80 Tagen um die Welt“), die 50 kg wiegen und Widerstand an den Arm- und Beingelenken bieten, um zu testen, ob gewisse Experimente mit solchen Anzügen überhaupt durchgeführt werden können. Die Astronauten werden auch gesundheitlich überwacht, solange diese die Anzüge tragen, damit auch niemand zu Schaden kommt. Im Oman herrschen hohe Tagestemperaturen, die zusätzlich an den Kräften der Mitarbeiter zerren. Man braucht derzeit noch ganze drei Stunden und fünf Helfer, um einen einzigen Raumanzug anzuziehen. Es wird daran gearbeitet, diese Zeit um ein Vielfaches zu verkürzen.

Auch hinsichtlich der notwendigen Versorgung mit frischen Nahrungsmitteln werden Experimente durchgeführt.

Der Oman ist u. a. ein gutes Testgebiet, weil dort nicht nur die geologischen Bedingungen und die Farbe des Sandes ähnlichen denen auf dem Mars sind, sondern auch, weil die Menschen dort diesen Projekten entsprechend offen und aufgeschlossen begegnen. Für sie ist es die Chance, international mehr beachtet zu werden.

Auch die Sicherheitslage ist dort sehr gut im Vergleich zu den Nachbarländern. Das Testgebiet wird vom Militär zusätzlich in ausreichender Entfernung abgesichert, um eine möglichst lange Isolationsphase zu gewährleisten, damit auch psychische Faktoren zu untersuchen, denen das Missions-Team auf dem Mars ausgesetzt sein wird.

Viele Probleme müssen noch gelöst werden, bevor die erste bemannte Raummission auf dem Mars landen kann, aber Dank den österreichischen Forschern ist schon viel weitergegangen.

Alles Liebe

Eure Caroline