LIEBE ZUR NATUR: Wein, Wald und ein Engel

Die Weinstöcke warten schon auf den Winter. Noch tragen sie die letzten Trauben, die für den Eiswein bereit sind. Die nun schon sehr süßen Früchte sind jetzt reif für die Ernte. Die schnelle Abkühlung hat die Natur verwirrt. Die Bäume wissen gar nicht, welche Farbe ihre Blätter annehmen sollen. Große Teile der Landschaft sind noch grün, andere bereits gelb oder rot, manche tragen sogar alle drei Farben auf ihren Blättern.

Der Herbst zeigte sich am Sonntag bunt, nebelig, feucht und kalt. Trotzdem sind wir gestern zu einer meiner Lieblingswanderungen in dieser Jahreszeit aufgebrochen.

Der berühmte Welterbesteig (Welterbe-Steig) in der Wachau hat viele Etappen, aber die schönste, meiner Meinung nach, ist die Strecke zwischen Dürnstein und Krems. Nur das letzte Stück bis zum Bahnhof in Krems liegt an der Straße, sonst wechseln sich genussvolle Waldstücke mit offenen Weitblicken in die umliegende Weinlandschaft ab. Man darf diese Etappe aber nicht unterschätzen. Es geht in ca. 3 Stunden doch immer wieder ganz schön rauf und runter. Ich war danach müder als letzthin nach den über 5 Stunden auf der Rax über mehrere kleinere Gipfel. Wegen der schlechten Witterung konnten wir aber auch kaum Pausen einlegen, was die Anstrengung natürlich wesentlich größer macht.

Was mir auch sehr gefällt, ist der „Weinengel“ des Künstlers Fritz Gall (www.weinengel.at, http://www.fgall.com), der an einem aussichtsreichen Wegstück thront (s. oben). Die Kunstwerke des Künstlers haben alle mit Wein zu tun und bestehen auch meistens aus Teilen von Weinstöcken und Metall.

Die erdige Kraft des Weins und die beschützende Hand des Waldes erden mich immer gut und helfen mir, gelassener und ausgeglichener zu sein. Gerade in stressigen Zeiten oder wenn viel Neues, wie jetzt gerade, in mein Leben kommt, brauche ich sehr viel Erdung, innere Reinigung und guten Schlaf.

Ich wünsche euch eine erholsame Herbstzeit und viel Gelassenheit und Ausgeglichenheit! Herbstzeit ist der langsame Rückzug der Natur mit der Vorbereitung auf den Winter. Auch uns Menschen tut es jetzt gut, etwas ruhiger zu treten und sich viel Zeit für sich allein zu nehmen, soweit das für den Einzelnen möglich ist.

Liebe Grüße,

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Vogelbergsteig/NÖ

Zu Pfingsten waren wir – wie schon kurz berichtet – wieder einmal in der Wachau unterwegs. Genauer bei Dürnstein. Dort beginnt der großartige und wunderschöne Vogelbergsteig.

Anfangs geht man durch die Stadt und folgt den Schildern bis zum Beginn eines Waldes. Dieser wirkt wie eine Filmkulisse von „Herr der Ringe“. Bei einer Kreuzung bei einem Bächlein gehen wir dann links in einigen Kehren auf schmalem Pfad den Berg hinauf. Dazwischen folgen immer wieder tolle Ausblicke auf die Donau, die Ruine Dürnstein und die Umgebung. Danach geht es dann geradeaus und dort dann immer weiter den Rücken des Berges hinauf bzw. entlang. Nach dem letzten Anstieg kommt dann eine Wegkreuzung, der wir nach rechts folgen. Nach wenigen Minuten erreichen wir dann die Fesselhütte, die an sonnigen Tagen sehr gut besucht ist. Wir folgen dann den Schildern an der Hütte vorbei hinauf zu Starhembergwarte (10 min, Schlüssel in der Hütte erhältlich). Danach geht gleich wieder hinunter Richtung Tal. Wir folgen den Markierungen. Bei einer Kreuzung von zwei Wegen nehmen wir leider den falschen. Der richtige Weg ist der rechte. Der führt dann steiler werdend und in vielen Kehren über die Ruine Dürnstein wieder hinunter zum Ausgangsort.

Drei andere Frauen sind bei der Weggabelung auch falsch abgebogen, obwohl sie einen Wanderführer haben. Nach steilem, steinigem Pfad entscheiden wir uns nach rechts zu gehen und folgen dem teilweise nicht mehr sichtbaren Weg eine Weile. Dort trennen uns die Wege von den Wanderinnen. Intuitiv gehen wir noch ein Stück weiter und klettern dann die Böschung hinauf und landen Gott sei Dank wieder auf dem richtigen Weg nach unten. Die drei Frauen überholen uns dann kurz vor Ende des Weges wieder. Auch sie haben es geschafft.

Eine herrliche Tour, auch an heißen Tagen. Nur wenige Stellen sind der Sonne direkt ausgesetzt, besonders das letzte Drittel der Tour. Trittsicher und schwindelfrei sollte man aber doch sein. Teilweise steinig und bei Regen durch viele Wurzeln rutschiger Steig. Zwei Stellen sind mit Stahlseilen und Ketten gesichert. Auch für sportliche Kinder  geeignet.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Stadt Dürnstein (Viele Läden, Lokale, Marillenprodukte), Ruine Dürnstein, Starhembergwarte am Gipfel des Schlossberges

Gehzeit: insgesamt 2:15 h (357 hm rauf und 357 hm runter)

Viel Spaß beim Wandern,

Eure Caroline