LIEBE ZUM REISEN/ZUR NATUR: Ein Gebirge, viele Wege Teil 3

Die wohl beeindruckendste Tour war auch unsere letzte in der wunderschönen Sächsischen Schweiz.

Wir entschieden uns wegen des herrlichen Wetters für den anstrengenden, aber eher kurzen Aufstieg zur berühmten Schrammsteinaussicht. Dort ging es zu wie im Bienenstock. So viele Wanderer wollten sich die grandiose und sehr empfehlenswerte Weitsicht über große Teile des Elbsandsteingebirges nicht entgehen lassen. Auch wenn ich solche Touristenmagnete normalerweise eher meide, lohnt es sich hier dennoch auf jeden Fall.

Zuerst fuhren wir wieder mit dem Bus 242 zur Schrammsteinbaude (ein Lokal, das kürzlich wieder neu übernommen wurde). Dort geht es erstmal ein Stück den Berg zurück hinunter Richtung Tal und geht dann nach wenigen Minuten links über viele Holz-Stufen den Hang hinauf in den Wald. Dazwischen befinden sich immer wieder vergleichsweise ebene Teilstücke, die aber mit vielen Holzbalken durchzogen ist und daher holprig, auch gibt es zahlreiche Wurzeln und Gestein, das zu überwinden ist. Der Weg ist aber gut beschildert.

Wir kamen dann nach einiger Zeit zu einer Abzweigung, wo man sich dann entscheiden musste, welchen Aufstieg man bevorzugt. Wir nahmen den „Wildschützensteig“, der allerdings nur für den Aufstieg genommen werden darf, der uns in zahlreichen steilen Metallleitern, -treppen und Sicherungen genau zwischen zwei eng bei einander stehenden Felsen in kurzer Zeit viele Höhenmeter überwinden lässt. Oben angekommen führt der Weg links weiter hinauf, und wir müssen eine letzte Steilstufe mithilfe einer langen Leiter überwinden. Die weniger Mutigen können die Leiter auch umgehen, besonders beim Abstieg, so wie ich es tat. Ich bin kein Freund von hohen, schmalen Leitern.

Dann sind wir auch schon auf der „Plattform“ mit Geländer, die sich über mehrere miteinander mehr oder weniger verbundene (Minibrücken) Felsen erstreckt. Von dort sieht man, wie schon erwähnt, nicht nur die nahen Affensteine, sondern auch noch große Teile der gesamten Sächsischen Schweiz, wenn das Wetter sonnig ist.

Nach kurzer Pause ging für uns wieder an den Abstieg, der uns über den sogen. „Mittelwinkel“, einem breiteren, aber kaum weniger steilen Steig als der Wildschützensteig, der uns wieder über Treppen und Leitern und vielen Stufen wieder  hinunter führte.

Dann folgten wir dem Weg Richtung Ostrau, einem weiteren Ortsteil von Bad Schandau. Nach ein paar weiteren Abzweigungen erreichten wir wieder bewohntes Gebiet, wo wir ebenfalls kurt Rast machten. Wir wanderten dann noch bis zum Wahrzeichen des Gebiets, dem historischen Personenaufzug (s. Foto). Oben befindet sich auch eine kleine Gastwirtschaft. Mit dem Lift ging es schnell ein paar Höhenmeter nach unten, dann folgten wir der Straße (nach rechts) wieder Richtung Marktplatz.

Zum Abschluss gönnte ich mir noch einen köstlichen Himbeereisbecher und mein Schatz ein kühles Pils in einem netten Cafe am Weg. Passend mit Herzwaffel. 🙂

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Fakten: Schrammsteinbaude – Aufstieg zur Schrammsteinaussicht – „Wildschützensteig“ – Schrammsteinaussicht – Mittelwinkel – Zeughausweg – Wenzelweg – Bauweg – Steinbrecherweg- Ferienanlage Falkensteinhütten – Ostrau Falkensteinstraße – Ostrau: Ostrauer Ring – Ostrau: Fahrstuhlweg – Ostrau: Historischer Personenaufzug – Ostrau: Rudolf-Sending-Straße nach rechts – Bad Schandau Marktplatz

Karte: „Hintere Sächsische Schweiz“ Blatt 1, 1:15 000,                                                                               Herausgeber: SACHSEN KARTOGRAPHIE GmbH Dresden

Wege sind gut markiert und beschildert. Viele Stufen, steile Leitern, Treppen. Waldboden mit vielen Wurzeln und Steinen etc. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig! Eine gute Kondition ist von Vorteil, wer aber langsam geht und genügend Pausen macht, schafft es auch mit weniger. Für ältere Kinder machbar.

Unsere Gehzeit (inkl. Pausen): ca. 3,30 h

Fazit: Unbedingt einmal machen! Unvergleichliche Fernsicht bei Schönwetter. Aufstieg und Abstieg sind wegen der vielen Stufen, Treppen und Leitern anstrengend, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Der dichte Wald hält bei heißem Wetter das Schwitzen in Grenzen, und die großartigen und einmaligen Sandsteinfelsformationen sind immer eine Reise wert. Ich habe die Tage in der Sächsischen Schweiz sehr genossen.

Alles Liebe und bleibt neugierig,

Eure Caroline vom LIEBESRAUM

PS: Nächstes Mal ist die Besteigung der „Hohen Liebe“ (gerade mal 401 m ü. A.) dran.                LIEBESRAUM muss dort einfach mal gewesen sein. ❤

 

 

LIEBE ZUM REISEN/ZUR NATUR: Ein Gebirge, viele Wege Teil 1

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Ich liebe das Elbsandsteingebirge in Sachsen/Deutschland. So viel Wald, Wasser und die beeindruckenden typischen Sandsteinformationen, nicht zu vergessen die schöne Elbe. Rund, weich und doch Stein. Früher ein Meer, jetzt Steine. Dort fühle ich mich sehr wohl. Jetzt waren wir endlich einmal länger dort und erkundeten aktiv die Gegend.

Wir wohnten in Krippen, einem Teil von Bad Schandau. Letzteres ist am schnellsten mit der Fähre zu erreichen. Dank unserer Gästekarte fuhren wir ohne Zusatzkosten.

Für Schlauberger: Alles aus Sandstein endet mit -stein im Namen, z. B. Affensteine, Schrammsteine. Im Gegensatz dazu haben alle Formationen aus Basalt einen „Berg“ am Ende stehen, z. B. Winterberg.

Unsere erste Tour nach Ankunft führte uns entlang des „Flößersteigs“ ins schöne Kirnitzschtal. Dieser Steig führt anfangs leicht und gemütlich zuerst vom Marktplatz von Bad Schandau durch den Kurpark, dann erst rechts, dann links auf breitem Forstweg am Fluss bzw. der Straße entlang, später wird er immer abenteuerlicher und anstrengender, teilweise so gar versichert, aber immer ganz dicht am Fluss entlang, Richtung Lichtenhainer Wasserfall und noch weiter. Dazwischen erfrischen wir unsere Zehen im kühlen Wasser der Kirnitzsch. Wir hatten allerdings nicht die Zeit für die ganze Strecke, deswegen beendeten wir unsere Wanderung beim „Nassen Grund“. Kurz vor Ende passierten wir eine höher gelegene Stelle neben einer Felswand, wo wir einen wunderschönen Ausblick auf den Fluss und den umgebenden Wald hatten.

Da wir aber mit der berühmten alten Kirnitzschtalbahn fahren wollten (s. Foto), spazierten wir noch gemütlich weiter stadtauswärts bis zur Station „Beuthenfall“, eine Haltestelle vor der Endstation „Lichtenhainer Wasserfall“, da wir sonst lange hätten warten müssen. Diese Bahn sieht ein bisschen wie eine alte Straßenbahn aus und fährt eingleisig. Das heißt, sie dreht nicht um, sondern der Fahrer geht ans andere Ende des Fahrzeugs und fährt am selben Gleis wieder retour. Habe ich so auch noch nirgends gesehen.

Fakten: Marktplatz Bad Schandau – Flößersteig – Nasser Grund – Haltestelle Beuthenfall

Der Weg ist zuerst einfach und breit, später teilweise auch eng, schwierig und anstrengend, ein richtiger Abenteuerweg, abwechslungsreich. Stellenweise versichert. Grundkondition notwendig. Zumindest abschnittsweise auch für gehwillige Kinder geeignet. Rückfahrt mit Bus oder Kirnitzschtalbahn möglich.

Gehzeit: 2.45 h  (inkl. kurzer Pausen)

Fazit: Lohnt sich für jeden, der gerne Wald und Wasser liebt. Durch den abwechslungsreichen Steig, auch durch den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad bedingt, ist er auch für Geübtere eine schöne Einstiegstour nach langer Bus- und Bahnfahrt.

Alles Liebe

Eure Caroline

 

LIEBE ZUM REISEN: Spaß, Sport und die Semperoper Teil 2: Dresden

Willkommen zurück beim 2. Teil ! Hier geht es zu Teil 1.

Dresden ist ganz anders als Leipzig, hat aber auch seine Höhepunkte und seinen eigenen Charme. Seine Innenstadt ist durch die vielen historischen, meist nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebauten Gebäuden geprägt. Wen das interessiert, ist dort gut aufgehoben. Die Frauenkirche, die lange Jahre nur als Ruine bestanden hat, erstrahlt in neuem Glanz. Der „Zwinger“, ein riesiger barocker Bau mit beeindruckender Gartenanlage, oder natürlich auch die berühmte Semperoper prägen das Stadtzentrum.

Carolines TOP 3 Tipps für Dresden:

  1. Eine Wanderung durch das nahe Elbsandsteingebirge, z. B. wie wir von Wehlen zur beeindruckenden Kulisse der Ruine Felsenburg Neurathen, einer Festung aus dem 13. Jhdt., deren Aussehen aufwendig rekonstruiert wurde. Ein wagemutiger Rundgang auf metallenen Brücken und Aussichtsplattformen zeigen die ursprünglichen Ausmaße der Festung. Sogar eine steinerne Zisterne wurde gefunden. Die Burg selbst war aus Holz und wurde bei einer Belagerung in Brand gesetzt. „Herr der Ringe“ ist nichts gegen die magische Ausstrahlung dieses einzigartigen Waldgebiets. Ich habe hinter jeder Ecke ein Einhorn erwartet. 😉 Ein Streifzug vorbei an den meterhohen Sandsteinsäulen und durch den dichten mystischen Wald sind ein Muss für jeden Dresdenbesucher. Die S-Bahn fährt jede halbe Stunde (*29 und *59) von Gleis 18 von Dresden Hauptbahnhof Richtung Wehlen etc. ab. Dort dann noch mit der Fähre übersetzen und schon geht es los.
  2. Ein Besuch des Deutschen Hygiene Museums. Es lockt eine tolle und sehr interaktive Dauerausstellung zum Thema Mensch. Natürlich sehr passend für mich. Daneben kann man sich mit der gleichen Eintrittskarte auch noch eine interessante Fotoausstellung in einem anderen Teil des Museums anschauen.
  3. Eine Führung durch die Semperoper, die eigentlich „Sächsische Staatsoper“ heißt. Das ist übrigens schon die 3. Version davon. Das erste Gebäude brannte ab, das zweite wurde durch den 1. Weltkrieg zerstört und jetzt steht das dritte. Alle nach den Plänen des gleichen und berühmten Architekten Gottfried Semper. Auch in Wien war er sehr strebsam und plante u. a. das Burgtheater, das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum und Teile der Neuen Hofburg (zusammen mit Carl von Hasenauer). Durch eine Führung wird die Geschichte lebendig und begreifbar. Der Blickwinkel ändert sich und man gibt den aufwendigen Malereien und den komplex und zeitintensiv hergestellten Kunstmarmorsäulen vielleicht mehr Aufmerksamkeit als bisher.

Zusatztipp: ein Besuch der Stadt Pirna. Die Stadt hat nette Geschäfte (besonders eine sympathische kleine Buchhandlung mit einer Eule als Symbol in der Nähe des Marktplatzes, eine alte Schlossanlage und einen mittelalterlichen Flair.

Zusatztipp 2: eine kleine Radtour an der Elbe (auf der Seite der Altstadt!!) entlang zum „Blauen Wunder“, einer architektonisch interessanten Metallbrücke, ohne Pfeiler im Fluss, damals eine Meisterleistung. Die interessanten Teile von Dresden haben leider vielfach einen ausgesprochen ungünstigen Bodenbelag (grobe Steine), was einer weitere Erkundung der Stadt per Rad doch etwas den Spaß verdirbt.

Insgesamt hat mir Leipzig von der städtischen Struktur besser gefallen. Die vielen Grünflächen und die Wasserkanäle haben mir auch besonders gut gefallen. Im Süden gibt es auch noch einige Seen, die durch den Bergbau entstanden sind. Das Elbsandsteingebirge ist einzigartig und für Naturliebhaber ein absolutes Highlight. Dresden ist für historisch- und kulturinteressierte Menschen sehenswert. Das Hygiene Museum war eine Überraschung für mich. Die Ausstellung war besser als erwartet. Sie hat richtig Spaß gemacht. Wissen(schaft) und Forschung zum Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes, so soll es sein.

Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Dresdenbesuch,

Eure Caroline