LIEBE ZUR KULTUR: Es waren einmal…eine Nacht und ein Wochenende voller Geschichte(n)

Die Walpurgisnacht verbrachte ich samt Begleitung stilecht bei der Erzählnacht „Heissa Walpurgisnacht“ von „Märchen-Margarete“ und Tommi, dem Märchenmönch, im bischöflichen Seminar in Melk in einer ehemaligen Kirche im obersten Geschoss des Gebäudes. Mit Märchen, Legenden und Geschichten umsponnen, von Musik durchdrungen und Wohlgerüchen einer frisch für Zuhörende und Erzählende zubereiteten Tajine samt selbstgebackenem Brot umhüllt, verbrachten wir nicht nur den Abend, sondern auch die Nacht auf selbst gebauten Schlaflagern – meist aus Isomatte und Schlafsack bestehend. Nach einer kurzen Schlafpause ging es bereits um 5.00 Uhr Früh mit den nächsten Geschichten weiter. Sogar meine Begleitung meldete sich spontan zu einer Erzähleinheit. Ich war diesmal „nur“ Zuhörende, aber ein nächstes Mal gibt es bestimmt. 🙂

Ich war überrascht, wie lange ich wach bleiben konnte. Die Magie der Märchen und die Neugier auf das Ende hielten mich wach. Zeitweise mit geschlossenen Augen in meditativer Stimmung lauschte ich mit meinem Herzen und meinem Körper. Mein Verstand legte eine wohlverdiente Pause ein.

Heute beginnt gleich das nächste Modul des Lehrgangs „Freies Erzählen“ von Margarete. Also noch mehr Geschichten und Märchen, lauter andere tolle Sachen und lauter liebe Menschen. Diesmal werde ich Erzählende und Lauschende zugleich sein.

Der Lehrgang ist wie die Handtasche von Mary Poppins. Jeder Griff ein Wunder, jeder Gegenstand eine Geschichte, jeder Gedanke Phantasie. Nichts ist fix, alles in Bewegung – wie das Leben.

Ich lasse mich verzaubern!

Euch allen ein märchenhaftes Wochenende und alles Liebe

Eure Caroline

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LIEBE ZUR BERÜHRUNG: Kuscheltag – Kraft und Entspannung

Ich steige als Erste in den Ring, lasse meinen Blick neugierig über die Menge schweifen und warte auf meinen Gegner, 25 Männer und Frauen sitzen gespannt im weiten Kreis um mich herum und warten, dass sich ein Herausforderer meldet. Ein Mann springt mit Affengebrüll und -gesten auf den Platz mir gegenüber. Ich stimme mitein. Wir pressen die Hände gegeneinander, versuchen uns zu Fall zu bringen. Ich bleibe stark wie eine Mauer, der andere hat keine Chance. Brust gegen Brust, ein kurzer Moment des Ausruhens, des Kraftholens, dann nach wenigen Minuten der entscheidende Stoß und der Gegner fällt auf den Rücken. Die Menge tobt. Nach zwei weiteren Kämpfen mit einem Sieg gegen eine Frau und einer Niederlage gegen einen weiteren Mann lege ich erschöpft, aber glücklich, eine Pause ein und werde Teil des Publikums.

Was sich wie ein Ring-Kampf anhört, war bloß ein Spiel, eine Übung, um den Gegenpol des Sanften, des Streichens und Streichelns zu spüren. Raufen, Rangeln, Kraft spüren – die eigene, die des Gegenübers – auch das war gestern Teil des doppelt so langen Kuscheltags (sechs Stunden statt drei, wie sonst bei den normalen Partys). Zur Sicherheit fanden die „Kämpfe“ nur kniend statt.

Der erste Teil bestand aus Ankomm-Übungen mit Tanz und langsamer Begegnung, dann immer intensiver über Einzel- und Partner- bis hin zu Klein- und Groß-Gruppen-Übungen, die ich schon von der ersten Party kannte, nur zwei waren neu. Die eine hieß „Engelsstraße“. Acht Kuschler und Kuschlerinnen stellten sich gegenüber auf. Dann bewegten sich einer nach dem anderen mit geschlossenen Augen langsam durch diese „Straße“ und die Übrigen durften ihn dann streicheln und berühren. Ein bisschen wie bei einer „Geisterbahn“, nur viel angenehmer und ganz und gar nicht gruslig.

Auch eine Achtsamkeitsübung war diesmal dabei. Dabei ging es darum, dass sein Gegenüber eine Zeit lang mit drei unterschiedlichen Intensionen zu berühren, dazwischen immer wieder kurz erden. Danach wurde gewechselt und seine Erfahrungen miteinander ausgetauscht. „Ich bin da und nehme war.“ war das Ziel. Sich zurückzunehmen und nur zu spüren und zu fühlen, kein Wollen des Egos, kein Sollen des anderen.

Nach einer 1. Pause fand die erste große Kuschelrunde von rund dreißig Minuten statt. In einer großen Spirale, angeführt von einem erfahrenen Dauerkuschelpartybesucher und einer der drei LeiterInnen, legten wir uns in einem großen Haufen zusammen. Arme und Beine fanden zusammen, streichelten, liebkosten, umarmten, wärmten. Natürlich ganz brav nach den Kuschelregeln (Kleidung ist immer an, kein Sex etc).

Dann ging es weiter mit dem „aktiven“, kraftvollen, Stärke zeigenden und spürenden Teil. Eben unter anderem mit Rangeln, aber auch Vertrauensübungen wie Kraft und Gegenkraft spüren, indem sich die beiden Gegenüber fest oberhalb des Handgelenks packen und sich dann vom anderen halten lassen, wenn man sich dann zurücklehnt, oder auch gegeneinander drücken, den Anderen wegschieben und Kraft und Gegenkraft spüren.

Nach einer 2. kürzeren Pause folgte nochmal eine große Kuschelrunde als großes Finale. Danach gab es noch eine kurze Feedbackrunde.

Meine anfängliche Aufgeregtheit legte sich diesmal viel schneller, eine Frau erkannte mich sogar vom letzten Mal wieder. Ich kuschelte mit viel mehr unterschiedlichen Leuten – vier Männer und zwei Frauen – um die Unterschiede zu spüren und zu fühlen. Nach meiner bisherigen Erfahrung sind Männer beim Kuscheln im Durchschnitt kraftvoller, beschützender, grober, direkter und selbstbewusster als Frauen, geben dadurch aber auch mehr Geborgenheit und Schutz. Frauen sind im Durchschnitt dafür zärtlicher, einfühlsamer, rücksichtsvoller, spürender, liebevoller und vorsichtiger, was dann mehr Herzlichkeit und Wärme mit sich bringt. Das Tolle ist aber, dass jeder Mensch ja ein individuelles Wesen ist, auch beim Kuschelstil, -intensität und -ausführung. Die Reflexion meiner Kuschelerfahrung, die natürlich nur einen winzigen Bruchteil aller Menschen umfasst, ist deshalb natürlich nicht auf jeden zutreffend.

Ich fühlte mich schneller wohl und geborgen, traute mich mehr, konnte mehr meine Authentizität leben, meine Power und Energie erkennen und fühlen – sie wurde von vielen Leuten als Feedback bestätigt. Mein Selbstbewusstsein und mein Selbstvertrauen wurden durch die wundervolle Gruppe verstärkt, herausgekitzelt und gestärkt. Ein großer Unterschied zur 1. Party.

Insgesamt ein kurzweiliger, lustiger, kuschliger, liebevoller und stärkender Nachmittag. Ganz wunderbar.

Ich wünsche Euch allen einen wunderbar kuscheligen Tag!

Alles Liebe

Eure Caroline

 

LIEBE ZUR VIELFALT: wie eine japanische Prinzessin

Ich stehe auf einer Matte in einem Ankleideraum und bekomme von meinen beiden Anziehdamen weiße Kimonosocken gereicht. Sie sind perfekt auf die speziellen Schuhe abgestimmt, die etwas an Flip Flops erinnern, wenn die Kimonoschuhe auch wesentlich härter und bequemer als diese sind, wie ich finde. Die nächste gefühlte halbe Stunde werde ich frisiert, mein Haar mit hübschen japanischen Spangerl geschmückt und mir der Kimono angezogen. Ich brauche nur ab und zu die Arme zu heben oder mich zu drehen. Meine beiden älteren Anziehdamen fragen mich hin und wieder nach meinem Befinden, da die ganzen Tücher und Schnüre doch sehr wie ein Korsett wirken, und mein Atem immer flacher wird, wie auch mein Bauch und meine großen Brüste. Ganz im Gegenteil zum österreichischen/bayrischen Dirndl wird hier auf Sittsamkeit und Zurückhaltung Bedacht genommen.

Das Endergebnis ist verblüffend. Wenn ich nicht so ein europäisches Aussehen hätte, könnte ich glatt als japanische Prinzessin durchgehen, zumindest fühle ich mich so. 🙂

Der aufwendige Knoten auf meinem Rücken ist, wie ich lernen durfte, nur unverheirateten Frauen vorbehalten. Ein bisschen erinnert mich dieser an zwei kleine Engelsflügerl.

Ok, durch die vielen Stoffschichten und die doch recht enge Schnürung wird mir gleich einmal richtig heiß. Mein Körper passt sich aber rasch an. Immerhin werde ich über 2 Stunden so herumlaufen und den Kimono auch zusammen mit anderen Damen bei der Veranstaltung „Kultur verbindet die Welt – ein Japantag im GO7“ des Vereins ORIGAMI-Papierfalten für alle“ präsentieren.

Faul ins Sofa hineinknotzen geht schon mal nicht. Aufrecht mit geradem Rücken sitzen heißt hier die Devise. Eine Prinzessin muss schließlich Haltung bewahren, im wahrsten Sinne dieses Wortes.

Sämtliche Augen sind auf mich gerichtet, als ich den größten Raum der Veranstaltung betrete. Ich bin die erste von insgesamt 5 Damen, die heute einen Kimono tragen darf und bereits angekleidet ist. Das ist ungewohnt für mich, auch wenn nur wohlwollende Blicke auf mich gerichtet sind und freundliche Menschen mir entgegen lächeln. Normalerweise stehe ich nicht gerne im Rampenlicht der Aufmerksamkeit. Nur wenn mich der Mut packt, mache ich bei solchen Aktionen mit.

Auch die anderen Damen gesellen sich nach und nach in ihren Kimonos zu mir. Dann der große Augenblick der Präsentation. Die Fotoapparate blitzen und klicken um die Wette. Wow, das fühlt sich das toll an! 🙂

Nach 2,5 Stunden werde ich dann wieder aus dem Kimono befreit. Ich kann wieder tief durchatmen. Wie befreiend! Jetzt weiß ich, wie sich die höfischen Damen früher bei uns gefühlt haben müssen, wenn sie die engen Korsetts tragen mussten, die lange Zeit Teil der damaligen Mode waren. Also, da bin ich schon froh, dass die heutige Kleidung in dieser Hinsicht doch weitaus bequemer ist. Ein toller Tag mit schönen Erfahrungen geht zu Ende.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende mit tollen Erfahrungen,

Eure Caroline

 

LIEBE ZUR KREATIVITÄT: Ein Bastlerparadies

Kennt ihr diese Momente des Lebens, wo euch das Leben einen Ball zuspielt? Ihr folgt seiner Spur und entdeckt einen Ort, der euch begeistert und euer Herz zum strahlen bringt?

Ich hatte gestern ein solches Erlebnis. Ich suchte nach einem bestimmten Cafe im 2. Bezirk von Wien und fand zwar dieses nicht, dafür etwas viel Besseres.

Ich fand das WERKBUCHCAFÉ, ein Ort, der das Herz aller Bastler/innen und Handarbeiter/innen höher schlagen lassen wird. Es ist Lese-und Bastelraum, Workshopstätte und Café in einem. Die Adresse lautet Haidgasse 5/7, 1020 Wien, nur einen Katzensprung vom Karmelitermarkt und der U2 Station Taborstraße entfernt. Öffnungszeiten: Di-Fr: 8-12 u. 14-18 Uhr, Sa: 10-14 Uhr

Die sympathische und freundliche Inhaberin und Gründerin dieses wunderbaren, kleinen, gemütlichen Orts heißt Sabine. Sie unterstützt jeden bei dessen kreativen Projekten. Man kann Sabine auch privat buchen, alleine oder in der Kleingruppe, um seinen immer schon gehegten Kreativtraum umzusetzen. Auch (Kinder-)Geburtstagsfeste sind dort kein Problem.

Daneben finden dort auch immer wieder Workshops zu unterschiedlichen Themen statt. Sogar eine Ernährungswissenschaftlerin „Radieschenmaus“ zeigt dort Wissbegierigen, wie man gesund und fit bleibt (oder wird).

Natürlich kann man sich auch die Zeit mit köstlichem Kaffee (oder Tee/Saft/Limo) oder selbstgebacken Keksen vertreiben und nebenbei in Kreativbüchern schmökern und gleich das eine oder andere selbst ausprobieren.

Ich kann das Werkbuchcafé nur jedem empfehlen, für alle Kreativen und alle, die es noch werden wollen. Lasst euch inspirieren! 🙂

Für einen Papiertiger wie mich ist das natürlich ein Paradies, wo ich sicher bald selbst meinem geliebten ORIGAMI wieder mehr Raum geben werde.

Herzliche Grüße,

Eure Caroline

PS: Die Fotos vom Innenraum des Werkbuchcafés wurden mir freundlicherweise von Sabine Mund zur Verfügung gestellt.