LIEBE ZUR NATUR: Tatsächlich…Maroni

Wir genießen den goldenen Herbst und nutzen das herrliche, wenn auch windige Wetter erneut für eine Wanderung. Diesmal in der „Buckligen Welt“. Bad Sauerbrunn bis (Burg) Forchtenstein. Bis Mattersburg wäre es doch zu weit gewesen.

Die Route führt vom Bahnhof Sauerbrunn nur wenige hundert Meter zuerst links am Gesundheitszentrum vorbei, dann rechts in den Wald hinein. Egal, welcher „Fährte“ wir auch folgen wollen, alle sind bis zur Rosalia mit 3,5 Stunden angeschrieben. Wir schaffen die gelbe sogar 20 min schneller trotz kurzer Pausen. Der Weg für erst steiler und in Kehren im Wald auf den Hügel hinauf, von wo dann der weitere Verlauf großteils eben verläuft. Im Sommer ist die Strecke sicher angenehm kühl, die dicht stehenden Bäume wirken als natürlicher Windschutz. Uns begegnen nur wenige Wanderer, hin und wieder ein Mountainbiker, leider nicht immer so achtsam, sodass wir uns in Sicherheit bringen müssen. Mal ist der Weg breit, mal schmal, mal so eng, dass wir uns fast schon durchkämpfen müssen, weil uns die Himbeer- und Brombeerranken nicht mehr loslassen wollen.

Irgendwo mitten im Wald entdecken wir einen Esskastanienbaum (bei uns in Wien auch Maroni genannt). In der Natur ist es das erste Mal für uns beide, einen solchen zu entdecken. Die Früchte sind winzig, wie für eine Puppenstube gemacht. Ich stecke sie als Erinnerung ein. Die Stacheln der Hülle schauen aus wie kleine Igel und piksen scheußlich.

Wir sprechen über dies und das, auch über Intuition.

Dann sagt mein Schatz plötzlich:

„Du bist etwas Gewaltiges in meinem Leben!“

Er meint, ich hätte großen Einfluss auf seine Entwicklung gehabt. Er bewundert, dass ich mir immer Zeitnischen für mich herausnehme, auf mich achte, ob das jetzt Lesen ist oder ein Besuch im Teesalon oder der Meditationsabend mit meinen spirituellen Freundinnen.

Ich freue mich sehr über seine liebevollen und wertschätzenden Worte. Nicht immer war er meiner Meinung, besonders, was das Spirituelle betrifft, aber er merkt, dass es mir gut tut.

Insgesamt ist die Route gut beschildert. Nur auf der weiteren Strecke Richtung (Burg) Forchtenstein waren wir kurz verwirrt, da die Markierungen zweideutig waren.

Nach 3 Stunden und 10 Minuten erreichen die berühmte Rosaliakapelle, die leider geschlossen hatte mit einem tollen Ausblick über die Stadt und die Landschaft. Der Schneeberg und die Hohe Wand liegen im Nebel. Aufgrund des doch kräftigen Windes machen wir nur ganz kurz Pause und wandern dann weiter Richtung (Burg) Forchtenstein. Kurz vorher haben wir weitere Esskastanienbäume entdeckt. Diese tragen bereits größere Früchte. Ein paar Sammler verraten uns, dass man an manchen Stellen auch richtig große Früchte finden kann. Dort, wo sie sammeln, ist wohl einer der Geheimplätze.

Nach weiteren 55 Minuten erreichen wir den Ort bzw. die beeindruckende Burganlage, die in der Bushaltestelle als Schloss bezeichnet ist. Für mich ist die Bezeichnung Burg passender. Wir hören die Musik schon kurz vorher. Als wir um die Ecke kommen, ist ein großes Fest vor der Burg im Gange.

Mir kommt vor, das ganze Dorf ist auf den Beinen. Mehrere Maroniöfen stehen herum und brutzeln das köstliche Geschenk der Natur. Fleißige Damen des örtlichen Verschönerungsvereins verkaufen eine Tüte nach der anderen. Hinter ihnen liegt bereits der Nachschub für die Öfen im kalten Wasser, damit sie auch schön saftig werden. Wir checken den Busfahrplan und haben Glück. Der letzte Bus kommt in einer halben Stunde, so haben wir noch Zeit, um uns auch eine Maroniportion zu holen, die für drei Euro sehr großzügig ausfällt. In Wien sind sie weitaus teurer. Ein paar schlechte sind zwar auch hier dabei, aber dennoch werden wir beide satt. Die Blaskapelle spielt ein flottes Lied nach dem anderen. Die Menschen genießen das fröhliche Beisammensein bei Sturm und Kracherl („österreichisch“ für eine kohlensäurehältige Limonade). „Kastanienfest am 14.10.2018“ stand auf einem Schild. Na, das war eine tolle Belohnung für eine lange Wanderung! Ich liebe Maroni!

Wir sitzen in der kleinen Bushütte und warten. Ein Mann kommt samt Begleitung vorbei und sagt uns, dass der Bus Verspätung hat. Auf die Nachfrage woher er das wisse, deutet er schmunzelnd auf das Fest. Wir nicken verstehend. Tatsächlich, nach weiteren fünf Minuten taucht der Bus auf und bringt uns nach Mattersburg zum Bahnhof.

Die kalten und vor allem dunklen Jahreszeiten überstehe ich am besten mit Maroni und heißer Schokolade oder auch viel Tee.

Die Wanderung war lang und teilweise auch anstrengend, aber wir hätten bei dem herrlichen Herbstwetter nichts Besseres machen können.

Fakten: Bad Sauerbrunn Bhf. – Rosaliakapelle – Burg Forchtenstein (Bushaltestelle)

Unsere Gehzeit (inkl. zwei kurzer und einer längeren Pausen): 4 Stunden, bis zur Rosaliakapelle angegebene Zeit: 3,5 Stunden, wir schafften die Strecke trotz Pausen in 3 Stunden und 10 Minuten. Weiter bis Forchtenstein: rd. 55 Minuten

Öffis: Sonntag: Bad Sauerbrunn mit Umstieg in Wr. Neustadt 50 Minuten Fahrt, Rückfahrt von Forchtenstein mit Bus (zwei Möglichkeiten), unser Bus war der letzte nach Mattersburg an dem Tag (2018: 16.25 Uhr). Dann weiter mit Zug (2018: stündlich immer zur Minute 2) zurück nach Wr. Neustadt, mit Railjet (RJ) oder Regionalzug (R) zurück nach Wien

Weg: wenige steilere Passagen (besonders am Anfang und kurz vor der Rosaliakapelle und danach Richtung Forchtenstein), ansonsten meist eben, Waldboden mit Wurzeln, Ranken etc., lange Strecke, daher Ausdauer notwendig. Bis auf Bänke kurz vor und bei der Rosaliakapelle keine guten Rastmöglichkeiten. Wir saßen auf einem Baumstumpf fürs Mahl. Für echte Anfänger aufgrund der Länge nicht geeignet.

Kaum Ausblicke außer bei der Kapelle, da die Stecke fast nur durch oft dichten Wald verläuft. Manchmal etwas abenteuerlich, wo die Route so schmal ist, und ich mir nicht ganz sicher war, ob wir tatsächlich auf dem richtigen Weg wanderten. Markierungen fehlten hier.

Fazit: Ich bin mit meiner Ausdauer sehr zufrieden! 🙂 Das Kastanienfest war eine tolle Belohnung für die lange Tour, auch wenn sie technisch nicht schwierig war. Dafür viel Wald und ein intensives Naturerlebnis, was mir weitaus wichtiger ist. Die letzte Woche war sehr schrittintensiv, zusätzlich zu den gewohnten 2 Trainingseinheiten im Studio, daher waren die 4 Stunden mehr als genug für diesen Tag.

Alles Liebe

Eure Caroline

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LIEBE ZUR ERINNERUNG: ES WAR EINMAL… mein Geburtstag

Werde zum  Erzähler DEINER EIGENEN Geschichte!

Ich erinnere mich noch genau an meinen 10. Geburtstag. Heute ist bereits mein 34. Ehrentag. Unglaublich, wie die Zeit vergeht.

Eines der Geschenke war 1994 ein gelber Wecker, der schrecklich laut läutete und wohl selbst Tote noch geweckt hätte. Mich zumeist aus dem Tiefschlaf. Irgendwann tauschte ich ihn dann gegen einen deutlich leiseren ein, der gelbe Wecker landete dann bei meinem Papa, wo ich auch ein paar Jahr wohnte. Was mich jetzt zum eigentlichen Höhepunkt meines damaligen Geburtstags bringt, und zwar die USA-Reise, die ich von meinem Papa bekam. Oh, wie habe ich mich darüber gefreut. Mein Papa fuhr zu dieser Zeit jedes Jahr einmal dorthin, und ich wollte immer mitkommen. An meinem 10. Geburtstag erfüllte sich endlich dieser Wunsch, es sollte sogar unverhofft noch eine 2. Reise nach Hawaii geben, aber das wusste ich damals natürlich noch nicht.

Wir fuhren zusammen mit meinem Onkel und seiner Familie für über 3 Wochen nach Kalifornien und Arizona mit ein paar Abstechern nach Nevada. San Francisco, Los Angeles, Santa Barbara, Las Vegas, Phoenix etc. Natürlich besuchten wir auch Disneyland Park in Anaheim, Sea World in San Diego und die Universal Filmstudios in Los Angeles. Für mich als 10-jähriges Mädchen einfach nur ein großes Abenteuer. Bunt, neu, faszinierend, laut und unglaublich aufregend.

Ich werde diese Reise mit meinem geliebten Papa nie vergessen. Heute arbeite ich mit ihm.

Nur wer sich seinen Wurzeln erinnert, kann frei wachsen.

Welcher Geburtstag ist Euch in guter Erinnerung geblieben?

Erzählt mir doch bitte davon, ich freue mich, von Euch zu lesen!

Alles Liebe

Eure Caroline

PS: Wer will mit mir zusammen einen „Tag der Erinnerung“ planen und verwirklichen? Auf liebesraum2.wordpress.com erfahrt Ihr mehr darüber.

LIEBE ZUM LEBEN: Ein Ausflug in den Wildpark Ernstbrunn

Gestern machten meine beste Freundin, ihre beiden Kindern und ich einen wunderbaren Ausflug nach Ernstbrunn in den Wildpark, an den das bekannte Wolf Science Center angegliedert bzw. integriert ist. In Letzterem werden die Unterschiede von handaufgezogenen Wölfen und Hunden mit Hilfe von Experimenten erforscht.

Der weitläufige Park liegt im Weinviertel in Dörfles, einem Ortsteil von Ernstbrunn, in Mitten von Eichenwäldern, unterbrochen von Wiesen, die den heimischen Wildtieren in den großzügigen Gehegen eine möglichst natürliche Umgebung bieten. Die Steinböcke und Gämsen haben auch eine große Kletterfelswand zur Verfügung.

Man kann sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus anreisen. Zwischen Mai und Oktober sogar mit einer historischen Museumseisenbahn.

Eintritt: Erwachsene: 7,00 Euro, Kinder: 4,30 Euro

Am Eingang kann man für einen Euro ein Sackerl mit Futtermais kaufen, welchen man dann den Haustieren, wie Esel, Schaf, Ziege und Ponys, aber auch den Steinböcken, Dam- und Rotwild verfüttern kann, was besonders bei den Kindern gut ankommt.

Interessanterweise waren die Hirsche wesentlich zutraulicher als die Hirschkühe oder die Rehe.

Wir hatten das Glück, dass in einem Wolfsgehege gerade ein männlicher Timberwolf trainiert wurde, wo wir zuschauen konnten. Auch wurden ein paar Exemplare wegen des Fellwechsels wie Hunde gebürstet. Die ausgefallenen Haare bleiben übrigens im Gehege liegen, da sie zum Schutz der Tiere nicht verkauft werden dürfen.

Da die Wege mit Kies bestreut sind und im oberen Bereich sehr unwegsam, steinig und mit Wurzeln übersät sind, war das Vorankommen mit dem Kinderwagen eher mühsam. Die Wolf- und Hundegehege liegen am Hügel und sind auch entsprechend steil angelegt. Für die lange Runde (1,5 h reine Gehzeit) ist eine gewisse Grundkondition notwendig. Es gibt noch eine andere kürzere (45 min reine Gehzeit), die auch für Kinderwägen besser geeignet sein soll.

Wer Hunde mitbringt, ist angehalten, sie immer kurz an der Leine zu führen. Man spaziert auch immer wieder durch Gebiete mit freilaufenden Tieren (Dam- und Rotwild). Diese müssen natürlich mit Respekt und Achtsamkeit behandelt werden. Nicht alle Tiere sind streichelzahm.

Es gibt mehrere Kinderspielplätze (einer bei der „Hexenküche“) und Möglichkeiten, auf alten Stämmen zu balancieren und zu klettern, ein Paradies für Kinder (und junggebliebene Erwachsene).

Unsere Mittagspause verbrachten wir nach einer großen Runde durch den Park, wie die meisten, in der „Hexenküche“, einem kleinen Restaurant am Gelände.

Das Wetter war herrlich, was den großen Besucheransturm samt langer Schlange vor der Kassa erklärt.

Es gibt auch die Möglichkeit für Führungen, Spaziergänge und Workshops mit direktem Wolfskontakt (nur für Erwachsene) im Wolf Science Center. Da die Tochter meiner Freundin bereits müde war, verzichteten wir auf die Führung. Da bleibt uns noch etwas für das nächste Mal.

Einheimische Tieren so nahe sein zu können, war für mich das schönste Erlebnis. Besonders schön finde ich, dass man die Tiere mit dem vorgesehenen Futter füttern darf, was nur mehr selten möglich ist, weil es leider immer Menschen gibt, die sich nicht an Regeln halten und den Tieren dadurch geschadet haben. Die meisten Tiere im Park sind an Menschen gewöhnt und trauen sich auch, aus der Hand zu fressen. Einige wenige dürfen nicht gefüttert oder gestreichelt werden, wie Frettchen, Kaninchen und Wildschweine.

Mir hat der wunderbare Ausflug mit vielen Tierbegegnungen in schöner Natur sehr gut gefallen. Ich genieße es immer, wenn ich die Möglichkeit habe, mit meiner besten Freundin und ihren süßen Kindern etwas zu unternehmen.

Alles Liebe

Eure Caroline

 

 

 

LIEBE ZUM LEBEN: Der Promi, mein Vater und ich

Gestern durfte ich nicht nur Alfons Haider, dem bekannten Entertainer, die Hand schütteln, sondern wurde von ihm auch noch freundlich bedient. Wie das geschehen konnte?

Eine bekannte fischbegeisterte Imbiss- und Restaurantkette hatte einen Charity-Tag  organisiert, bei dem Promis die Kunden bedienen. Dafür geht der ganze Umsatz dieses Tages an eine Hilfsorganisation, welche von jenen Promis unterstützt werden.

Alfons Haider und ein bekannter Kinderarzt von der Organisation „Unser Kind“ waren es gestern.

Just als erste Kunden, ganz spontan dazu entschieden, dort zu Mittag zu essen, kamen mein Vater und ich in den besonderen Genuss, von Alfons Haider nach unseren Wünschen gefragt zu werden. Ein halbes Duzend Presseabgesandte ergänzten das Bild. Also ganz nach dem Motto zur rechten Zeit am rechten Ort. 🙂 Herr Haider fragte sogar nach meinem Namen. Wir zogen uns dann aufgrund der doch kühlen Temperaturen ins Innere des Gebäudes zurück. Herr Haider kam später überraschend auch noch persönlich zusammen mit dem Kinderarzt zu uns an den Tisch, schüttelte jedem von uns die Hand und bedankte sich für unser Kommen.

Eine interessante Erfahrung, einen Promi so hautnah zu erleben. Ich kannte Alfons Haider bisher nur aus den Medien. Er ist wirklich ein sympathischer Typ. Könnte ruhig öfters dort aushelfen. 🙂

Vor lauter Überraschung fragte ich ihn gar nicht, ob ich ein Foto von ihm machen könne.  Das Erlebnis selbst werde ich so schnell nicht vergessen. Wann hat man schon mal im Leben die Gelegenheit mit einem echten Promi auf Tuchfühlung zu gehen?

Ich wünsche Euch ein feines und entspannendes Wochenende – auf mich und meinen Schatz wartet ein Thermenwochenende – und alles Liebe

Eure Caroline

 

 

LIEBE ZUR NATUR: Von Zuckerrüben und Hirschen – Rotwildfütterung im Nationalpark Kalkalpen

Rotwildfütterung Kalkalpen 2018 komp

Rotwildfütterung – Nationalpark Kalkalpen/OÖ, 06.01.2018

Rotwildfütterung Kalkalpen 2018 2 komp

Nationalpark Kalkalpen in der Nähe von Molln/OÖ

Am Wochenende war ich bei meiner besten Freundin und ihren beiden süßen Kindern in Linz eingeladen. Ihr Mann hatte leider Nachtdienst.

Wir machten einen Ausflug zur Rotwildfütterung in den Nationalpark Kalkalpen in der Nähe von Molln in Oberösterreich. Von Linz aus sind das auch nochmal 1,5 h mit dem Auto. Der Ausgangsort der Führung liegt ganz versteckt in einem Tal und ist nur über unebene Forststraßen zu erreichen, die schon einige Schlaglöcher hatten. Ohne Auto hat man keine Chance, was ich schade finde. Den Nationalpark Kalkalpen kannte ich bisher noch nicht, dieser zeigte sich am Samstag von seiner schönsten Seite. Glänzende, sonnenbeschienene Berggipfel, Nebelschwaden im Tal. Schnee lag auch noch. Die Gehwege waren alle gestreut, was wegen der rutschigen Eisschicht sehr nützlich war.

Unser sympathischer Führer und Jäger Rudi holte unsere große Gruppe ab und führte uns den ca. 15 min Weg zum beheizbaren Beobachtungshäuschen, wo wir auf Bänken Platz nahmen. Während Rudi die Heuballen und Zuckerrüben in den drei Futterkrippen und auf der freien Fläche verteilte, kam schon der 1. Hirsch vorsichtig näher. Lange beobachtete er das Geschehen ohne sich zu bewegen. Quasi wie ein Späher, der schaut, ob die Luft rein ist. Erst als Rudi verschwunden war, kamen auch der Rest des Rudels zum Futterplatz. Am liebsten fressen sie Zuckerrüben, das ist für sie wie Zuckerl für uns. Die Rüben waren auch als erstes aufgefressen, erst dann interessierten sich die Tiere für das Heu. Die Gruppe bestand zum Großteil aus Hirschkühen, jägersprachlich auch „Tier“ genannt, samt ihren Kälbern. Eine größere Anzahl an Hirschen war aber auch dabei. Manche lieferten sich auch spielerische Duelle mit ihren beeindruckenden Geweihen. An Letzteren kann man übrigens im Gegensatz zu dem Gämsen das Alter nicht feststellen. Dieses wird anhand des Abnutzungsgrad der Zähne bestimmt.

Wir konnten auch abgeworfene Geweihe (Knochensubstanz) und einen Fuß (Paarhufer/Schalenwild) eines Rotwilds näher betrachten und begreifen. Das war für mich besonders interessant.

Rotwild gehört zu den Wiederkäuern. Ein Teil des Rudels legte sich nach dem köstlichen Mahl auch hin, um in Ruhe zu verdauen und nochmals alles in Ruhe durchzukauen.

Wir durften den Jäger und Führer Rudi natürlich mit Fragen löchern, die er geduldig beantwortete. Im Nationalpark gibt es auch rd. 5 Luchse und den ganz seltenen Weißrückenspecht, einer in Mitteleuropa seltenen Art aus der Gattung der Buntspechte.

Wir beobachteten die Tiere ca. 2 Stunden, dann machten wir uns wieder auf den Rückweg, wo wir den interessanten Ausflug in der stark geheizten Hütte des Nationalparks gemütlich  ausklingen ließen. Anschließend fuhren wir wieder nach Linz. Erst am nächsten Tag um die Mittagszeit erreichte ich wieder Wien.

Fazit: für Natur- und Tierbegeisterte ist die Rotwildfütterung ein wunderbares Erlebnis. Für ungeduldige Kinder weniger geeignet. Tierbeobachtungen brauchen einfach ihre Zeit, Kindern könnte schnell langweilig werden, wenn sie Warten nicht gewöhnt sind. Unser Nationalparkführer und Jäger Rudi war sehr kompetent, freundlich und geduldig. Er ist ganz alleine für sein Revier und die Fütterungen dort verantwortlich.

Alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Eine Nacht im Wald

Am vergangenen Freitag habe ich mit meinem Schatz etwas Verrücktes gemacht.

Nach einer kleinen Nachtwanderung in den umliegenden Gebiet von Wien haben wir mit Isomatte und Schlafsack unter freiem Himmel, besser unter freistehenden Bäumen im Wald übernachtet. Ohne Zelt. Mein Schatz hatte noch die Idee, dass wir getrennt von einander übernachten, damit das Erlebnis intensiver wird.

Interessanterweise hatte ich keine Angst, ich habe mich sogar sehr sicher gefühlt.

Nur einmal bin ich in der Nacht von Tiergeräuschen aufgewacht. Vermutlich ein Fuchs, denn mein Schatz hatte eine Art Bellen gehört. Kurze Zeit später ist ein Tier, vermutlich ein Reh, mit irrem Tempo an meinem Schlafplatz vorbei gerannt. Dabei bin ich ordentlich erschrocken.

Ansonsten schlief ich sogar recht gut, wenn auch kurz, da das Sonnenlicht mich früh wach gekitzelt hatte. Zwei kleine Nacktschnecken fanden auch den Weg zu mir.

Ich träume immer sehr schräge Sachen, aber diesmal habe ich zum ersten Mal geträumt, dass ich aufwache und etwas an Ort und Stelle erlebe. Sonst befinde ich mich in Träumen immer ganz wo anders. Ich wusste, dass ich träume, weil plötzlich ein Radweg im Wald auftauchte, der dort sicher nicht war, und auf diesem mir eine Frau auf einem Fahrrad entgegengekommen ist.

Also eine Nacht im Wald ist wirklich ein Erlebnis für sich.

Am nächsten Tag haben wir köstlich in einem Cafe gefrühstückt und sind dann noch ins Krapfenwaldbad zum Duschen und Schwimmen gefahren. Kaltes Wasser, auch schon recht viel los zu noch früher Stunde, aber herrlich erfrischend. Danach dösten wir genüsslich auf den bereitstehenden Liegen vor uns hin. Ein tolles Erlebnis.

Ich wünsche euch noch einen herrlichen Tag,

Eure Caroline

LIEBE ZUR SPIRITUALITÄT: 33,88 km – eine Kurzwallfahrt zu Fuß

Von Schwarzau im Gebirge (NÖ, 617 m) nach Mariazell (Steiermark, 868 m) über das Gscheidl (1037 m) und den Lahnsattel (1006 m).

Ein Traum wird wahr. Ich habe es getan. Endlich, nachdem wir vor 9 Jahren unsern 1. Versuch einer Fußwallfahrt nach Mariazell aufgrund starker Blasen abbrechen mussten, haben wir es diesmal geschafft. Aufgrund des unsicheren Wetters entschieden wir uns für die letzen beiden Etappen des burgenländischen Mariazellerwegs. Gute Wegbeschreibungen finden sich im Internet.

So eine Fußwallfahrt zu zweit muss man einfach selbst erleben. Händchen haltend durch die Landschaft zu wandern. Steile Hänge zu bewältigen. Sich über seine Leistung zu freuen. Tränen in den Augen zu haben, wenn ein fremder Mann klatscht und „Bravo“ ruft, als wir den letzten steilen Anstieg nach Mariazell geschafft hatten und gerade das Ortsschild „Mariazell“ passiert hatten. Diese intimen, emotionalen Minuten in der Kerzengrotte der Basilika, als wir zwei Kerzen anzündeten (eine für die Lebenden, eine für die Toten). Das köstliche Frühstück im Hotel „Weißer Hirsch“. Die mystische Morgenstimmung im Hallthal mit Nebelschwaden wie im Film „Die Wolken von Sils Maria“, das herrliche frische Grün der Nadelbäume, der kleine Wasserfall neben der Straße, kaum beachtet, dafür umso mehr ein Foto wert. Die unzähligen Tafeln von Wallfahrtgruppen am steilsten Stück des Weges beim Aufstieg auf das „Gscheidl“, aber keine einzige Bank zum ausruhen. Die kurze Übernachtung in unserem Refugium (einer kleinen Hütte, die als Wartehäuschen für den Bus diente), als Zeichen geschickt, als Schutz vor dem großen Gewitter.

Das alles und noch viel mehr sind unbezahlbare Momente.

Ich danke der Frau, die uns in Grünbach bei unserer letzten Wanderung davon erzählt hat, dass sie in ihrem 86-jährigen Leben bereits 68 Mal nach Mariazell gewandert war. In der Nacht wohlgemerkt. Sogar einem Bären soll sie einmal zusammen mit ihrem Mann begegnet sein, der leider bereits verstorben ist. Sie hat mich zu dieser Fußwallfahrt inspiriert.

Ich danke auch meinem wunderbarsten Schatz, dass er an meine verrückten Ideen glaubt und auch mitmacht. Ich liebe ihn sehr. 🙂

Herzliche Grüße

Eure Caroline