LIEBE ZUR NATUR: Die Funker auf dem „Gelände“

Unsere 1. richtige Wanderung führte uns an diesem wunderbar sonnigen Sonntag mal wieder von der Haltestelle Grünbach Schule über das „Gelände“ auf die „Hohe Wand“ in NÖ. Diesmal sind wir beim Rückweg nicht den Klettersteig bei der hohen Kanzel, sondern den Wanderweg Richtung „Seiser Toni (GH)“ hinuntergegangen. Der Weg war war zwar auch teilweise durch das Laub und die Nadeln glatt und auch steinig, aber lang nicht so steil wie der Klettersteig und natürlich ohne Kletterstellen.

Wie immer waren wir die einzigen, die diesen Aufstieg genommen haben. Die meisten wandern entweder direkt auf die Hohe Wand oder nehmen die Variante auf der Rückseite des „Geländes“, die offenbar einfacher ist. Von Grünbach aus ist der mittlere Teil der Wanderung sehr der Sonne ausgesetzt, weil dort vor einiger Zeit die ganzen Bäume gefällt wurden. Dadurch ist auch der begehbare steile Weg nur mehr ein schmaler Erdstreifen, der dadurch sehr rutschig ist.

Obwohl ich diesen Winter nicht regelmäßig trainieren konnte, weil ich so viel krank war, war ich positiv überrascht, wie gut ich doch die teils sehr steilen Stücke geschafft habe. Wir waren in einer Stunde (inkl. 2 kurzer Trink-Pausen) oben auf der Almwiese kurz vor der Geländehütte auf 1023 m Seehöhe.

Dank des nur leichten Windes konnten wir bei der Hütte eine längere Pause einlegen. Nicht nur auf Reisen kann man interessante Begegnungen haben, sondern u. a. auch bei Wanderungen in der wunderschönen Natur. Diesmal trafen wir zwei redselige Funker samt Morsetaste, Funkgerät und Antenne, die uns voller Begeisterung alles erklärten, was ich wissen wollte. Wir erfuhren nicht nur, dass man vom Gelände aus einen tollen Kontakt nach LINZ (über 200 km Luftlinie entfernt) hat, sondern, dass man offenbar durch eine Reflexion der Funkwellen an den umliegenden Bergen indirekt einen besseren Kontakt nach Wien (2./Leopoldstadt) hat als auf der direkten Luftlinie. Noch dazu lerne ich an diesem Tag, dass sich der Funker die Buchstaben des Morsealphabeths nicht anhand der Strich (lang) und Punkt (kurz)-Kombinationen merkt, sondern nur die Melodie der Wörter bzw. Buchstaben, die beim Funken entsteht. Denn bei hohem Tempo der Nachricht würde sonst nichts mehr verstanden werden. Pro erfolgreichem Kontakt erhalten die Funker übrigens vom Gelände aus 4 Punkte. Ein Kollege der Herrschaften aus Prag hat bereits 11.000 Punkte gesammelt. Ich erfahre auch etwas über die Funkersprache, die aus Abkürzungen besteht, um die Kommunikation zu beschleunigen. Also für langatmige Liebesbriefe ist der Morsecode nicht geeignet. 😉

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich „unnützes“ Wissen über alles liebe? 😉

Unsere Tour führt weiter Richtung Hohe Wand. Zuerst geht es aber erstmal hinunter in eine Senke, wo wir nach ein paar Minuten das Rastkreuz erreichen. Von nun an geht es stetig bergauf, teilweise sehr steil. Nach insgesamt 2,5 h (samt Pausen) von Grünbach aus, erreichen wir wieder einmal die Wilhelm-Eichert-Hütte, wo wir uns genüsslich stärken, um dann den Heimweg anzutreten. Um kurz vor 15.00 erreichen wir nach rd. 4,5 h den Bahnhof Grünbach (ungleich Grünbach/Schule). Leider verpassen wir den Zug und müssen noch knapp 2 Stunden am Bahnhof warten. Die Zeit nützen wir für ein Schläfchen unter einer nahen Birke.

Herzliche Grüße

Eure Caroline

Nachtrag 4.4.2017: Jeden Funker erkennt man übrigens an seiner „Handschrift“. Sogar ich, als Laie, konnte die unterschiedlichen Persönlichkeiten aus den Abfolgen von kurzen und langen Tönen und der Geschwindigkeit dieser heraushören.

 

 

LIEBE ZUR NATUR: Über das Gelände zur Hohen Wand/NÖ

Am vergangenen Sonntag wanderten wir ausgehend von Grünbach (Bahnstation Grünbach/Schule) über das „Gelände“ auf die Hohe Wand zur großen Kanzel der Hohen Wand. Hinunter ging es über den Klettersteig „Wagnersteig“ (Kategorie A) wieder hinunter Richtung Grünbach.

Diese Tour machen wir sehr gerne im späteren Frühjahr. Sie ist abwechslungsreich, nicht zu lange, aber doch körperlich fordernd. Auch ist das Gelände noch wenig begangen und man hat seine Ruhe und kann die herrliche Natur und die tollen Ausblicke genießen.

Wir starten bei der Haltestelle Grünbach/Schule der Bahn und gehen dann die steile Straße hinauf. Bei einer Kreuzung wählen wir den linken Weg weiter die Straße hinauf (hier nicht geradeaus gehen !!). Nach dem Tennisplatz und dem örtlichen Fußballverein sehen wir auf der anderen Straßenseite kurz vor einer Reihenhaussiedlung den Wegweiser Richtung „Gelände“. Wir biegen also in den Forstweg ein und dieser führt uns immer weiter den Berg hinauf. An einer Abzweigung führt der Weg dann auf dem schmalen, steileren Eselsteig weiter hinauf. Forstarbeiten machen den Weg teilweise etwas anstrengend, da der Weg ohne umgebende Bäume unbefestigt ist und nicht mehr seinem ursprünglichen Verlauf folgt.

Nach etwa einer Stunde gelangen wir zu einer Wiese und sehen auch schon die Geländehütte. Auf der Wiese erwartet uns ein Bär samt Neanderthaler im Jagdfieber. Natürlich nur künstlerisch interpretiert.

Nach kurzer Rast gehen wir nach rechts über eine Wiese und einen kleinen Hang hinunter, später durch Wald ein ganzes Stück Richtung Tal. Danach wandern wir den Schildern Richtung Plackles (Gipfel der Hohen Wand, 1132 m) folgend bei einer weiteren Wegkreuzung auf breitem Pfad weiter Richtung Hohe Wand. Nach einer Weile kommt nochmals eine Hütte und danach geht es stetig nach oben. Der Weg ist gut beschildert. Nach ca. 1,5 h und einem letzten sehr steilen Stück erreichen wir die Hohe Wand. Dort folgen wir dem Höhenweg weiter zur Großen Kanzel, wo wir bei der dortigen Hütte einkehren. Hinunter geht es danach auf steilem, steinigem und dank der Witterung rutschigem „Wagnersteig“ mit einigen Leitern, aber gut mit Stahlseilen gesichert. Dieser Klettersteig ist auch für sehr trittsichere, schwindelfreie Wanderer geeignet. Am Gasthaus „Seiser Toni“ vorbei und über einen abwechslungsreichen Waldweg und über einen Feldweg gelangen wir gut beschildert zurück nach Grünbach zum Bahnhof. Das ist allerdings nicht dieselbe Haltestelle wie zu Beginn!! Am Wochenende ist eine Lücke zwischen 14.51 und 16.51 Uhr. Ansonsten fährt von dort am Nachmittag jede Stunde ein Zug zurück nach Wr. Neustadt. Dort Umstieg in einen Zug Richtung Wien.

Gehzeit: ca. 1 h zur Geländehütte + ca. 1,5 h zur Großen Kanzel auf der Hohen Wand + ca. 1,5, h über den „Wagnersteig“ wieder hinunter = ca. 4 Stunden reine Gehzeit ohne Pausen (Gehzeiten ohne Gewähr, auf den neuen Wegschildern nicht mehr angegeben)

Viel Spaß beim Wandern,

Eure Caroline