LIEBE ZUM SPORT/LESEN: meine 1. Radtour ganz allein und ein achtsam kurzweiliges Lesevergnügen

Vergangenen Sonntag hab ich meine 1. Radtour nach Greifenstein ganz allein gemacht. Es waren diesmal auch deutlich mehr Kilometer als sonst. Insgesamt habe ich 60 km gemacht. Ich habe fokussiert geatmet und somit eine deutlich bessere Leistung abrufen. Sonst habe ich mit meinem Exfreund auf dem Hinweg eine Pause gemacht, aber diesmal hab ich diese weggelassen. Dafür habe ich mir am Zielort ein schönes Platzerl unter einem Baum gesucht und dort in Ruhe gelesen, bis es mir zu laut geworden ist. Dann ging es flugs zurück nach Wien. Es war interessant, einmal ganz ohne Begleitung eine Radtour zu machen. Ich konnte meine Geschwindigkeit ganz nach meinen Bedürfnissen wählen. Ich brauchte mich weder irgendjemandem anpassen, noch musste ich Rücksicht nehmen. Zeit für mich ganz alleine. Dem Lesen, was ich in den letzten Monaten nur wenig gemacht habe, konnte ich endlich wieder ganz entspannt nachkommen. Ich amüsiere mich übrigens gerade königlich über „Achtsam morden“ von Karsten Dusse. Kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht nur ausgesprochen kurzweilig und (schwarz) humorvoll geschrieben, sondern man bekommt nebenbei noch allerlei Tipps zum Thema Achtsamkeit. Es gibt auch schon eine Fortsetzung, die ich mir ebenfalls bereits gekauft habe. Ich freue mich jetzt schon drauf.

Alles Liebe

Eure Caroline

 

 

LIEBE ZUM LESEN: Leseförderungsprogramm hilft Kind und Hund

Im Radio kam heute die interessante Meldung über das Shelter-Buddy-Leseprogramm. Diese Idee stammt aus den USA und zielt darauf ab, Kindern zwischen 8 und 12 Jahren, die Leseförderung brauchen, zu motivieren, selbst öfters zu einem Buch zu greifen, indem sie Hunden im Tierschutzhaus Wien Bücher vorlesen.

Die Kinder sollen dadurch ihre Lesekompetenzen aufbauen und die Tierheimhunde lernen durch ihren Buddy neues Vertrauen in die Menschen und bauen ihre Ängste ab.

Die Kinder sitzen vor den Zimmer der Hunde und haben keinen direkten Kontakt zu dem Tieren. Sie bekommen auch vorher eine Einschulung, wo sie lernen, das Verhalten der Hunde besser einzuschätzen. Dann können sie den Tieren 45 min. vorlesen.

Auch lese- und hundebegeisterte Kinder sind auch herzlich willkommen. Betreut werden die Kinder von einer speziellen Pädagogin, die dafür sorgt, dass die Kinder die für sie geeigneten Bücher bekommen und hilft bei besonderen Leseproblemen. Auch für die Hunde ist immer eine entsprechende Aufsichtsperson vorhanden, damit es den tierischen Freunden auch gut geht. Ein kleiner Unkostenbeitrag ist zu bezahlen, damit auch der Verantwortlichkeit Genüge getan wird.

Eine tolles Programm für die menschliche, wie auch für die tierische Seite dieser Lese-Partnerschaft.

Ich finde, diese Möglichkeit sollte es auch für Erwachsene geben. Hunde hören zu, ohne zu werten oder zu verurteilen. Gerade Frauen und Männer, die Deutsch als Zweitsprache lernen, würden von so einem Programm sicher auch profitieren.

Ich wünsche Euch allen einen tollen Tag

und alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUM LESEN: BOB, der Streuner

Kennt ihr James Bowen ? Nein ? Dann solltet ihr ihn unbedingt kennen lernen. James Bowen ist Straßenmusiker, Obdachlosenzeitungsverkäufer und seit wenigen Jahren auch Autor in London. Mittlerweile hat er Millionen Fans, sogar auf Facebook ist er vertreten. Das war nicht immer so.

2007 lief ihm ein Kater zu. Verletzt liegt dieser vor seinem Wohnhaus. James ist zu diesem Zeitpunkt heroinabhängig, lebt von der Hand in den Mund und war viele Jahre obdachlos, bevor er seine kleine Wohnung gefunden hatte. Er nimmt den Kater in seine Obhut. Der Kater ist rot-weiß gestreift und hat grüne, leuchtende Augen und ist sehr intelligent. James päppelt den Kater auf, den er Bob nennt. Zuerst versuchte er noch nach möglichen Besitzern zu suchen, aber keiner meldet sich. Bob war offenbar ein Streuner. Durch den Kater bekommt James wieder einen geregelten Tagesablauf und beginnt wieder Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Was James mit seinem Kater so alles erlebt und welche (überraschenden) Wendungen sein Leben noch nimmt, das lest am besten selbst.

Sein erstes Buch schrieb James 2012, nachdem eine Journalistin ihm die Möglichkeit geschaffen hatte, die Geschichte mit Hilfe eines Autors aufzuschreiben.

Ich habe 2014 das erste Buch (Bob, der Streuner – Die Geschichte einer ungewöhnlichen Katze) von James Bowen gelesen und war davon begeistert. Es ist eine lustige und traurige Geschichte, die zum Nachdenken einlädt. Sie zeigt, welch wichtige Rolle Haustiere in unserem Leben spielen können, wie sehr sie Trost, bedingungslosen Liebe und innige Loyalität geben können. Die Geschichte von Bob zeigt aber auch, wie wenig das Äußere über einen Menschen aussagt, wie viele Vorurteile wir manchmal haben. Wir urteilen oft zu vorschnell über Menschen, ohne sie zu kennen. James Bowen berichtet über den harten Alltag eines Zeitungsverkäufers und Straßenmusikers. Bei jedem Wetter müssen sie draußen stehen, damit sie genug Geld zum überleben einnehmen können.

Am Samstag habe ich bei Thalia „Ein Geschenk von Bob – Ein Wintermärchen mit dem Streuner“ entdeckt. Das musste ich natürlich sofort haben. Mein Schatz hat es mir geschenkt. Ich bin jetzt nur mehr ein paar Seiten vom Ende entfernt und habe schon lachen und auch weinen müssen. James Bowen erzählt darin vom schrecklichen Winter in London im Jahr 2010. Schneestürme, eisige Kälte und nur wenige Wochen vor Weihnachten. Unter diesen Bedingungen muss James versuchen, genügend Geld zu verdienen, um Strom, Gas und Nahrungsmittel kaufen zu können. Ob ihm das gelingt und was sonst noch alles passiert, verrate ich nicht.

Ich wünsche euch genauso viel Spaß bei Lesen, wie ich sie hatte, und sende die besten Grüße,

Eure Caroline

 

LIEBE ZUM LESEN: Andrea Grill HAUTNAH

Im August habe ich Euch vom wunderbaren Roman „Das Paradies des Doktor Caspari“ von Andrea Grill berichtet.

Letzten Dienstag vor einer Woche wurde dann zufällig eine Lesung des ALUMNI-CLUB der Uni Wien eine Bibliothekslesung veranstaltet, wo Andrea Grill aus eben diesem Roman lesen sollte. Ich meldete mich also spontan dazu an. Ich gehe selten zu Lesungen, aber bei diesem Buch konnte ich einfach nicht widerstehen. Oft weiß ich nicht, wie gewisse Worte im Buch ausgesprochen werden, außerdem ist es immer etwas Besonderes, wenn ich die Gelegenheit habe, den oder die Autor/in persönlich kennen zulernen.

Als Lesungsort war die Germanistik-Fachbibliothek der Hauptuni am Ring ausgewählt worden. Da meine Mama genau dieses Fach vor langer Zeit studiert hatte, war ich besonders erfreut darüber, einmal zu sehen, wo meine Mutter sicherlich viel Zeit verbracht hatte. Ich verbrachte meine Studienzeit weit weg von dort im 9. Wiener Gemeindebezirk neben dem nunmehr abbruchreifen alten Wirtschaftsuniversitäts-Gebäudes.

Nachdem ich durch den für meine Begriffe reichlich unübersichtlichen Komplex an Stiegen und Höfen endlich den Lesesaal der Germanisten erreicht hatte, war ich wahrlich erstaunt über die alten, hohen Bücherregale und den alterwürdig anmutenden Reihen an Tischen, Sesseln und alten Lampen des Saals. Auch eine kleine Galerie befand sich in etwa der Hälfte der Raumhöhe, die man über eine ebenfalls hölzerne Wendeltreppe erreichen konnte. Ich konnte mir gut vorstellen, wie dort an manchen Tagen die braven Studenten mit Stapeln von Fachbüchern sitzen und in Stille und mit mehr oder minder großem Fleiß wichtige Informationen auf Collegeblöcke kritzeln und das Wichtigste mit bunten Stiften und leuchtenden Textmarkern hervorheben.

Ich war überrascht, wie viele Menschen diese Lesung besuchten. Ungefähr zwanzig Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, sogar ein Junge von vielleicht vierzehn Jahren, füllten allmählich den Saal. Das Rednerpult bestand aus eine wackeligen, runden Stehtisch mit einer Leselampe, worauf ein Glas Wasser stand. Als die Veranstaltung endlich begann (natürlich c. t., also mit der obligatorischen akademischen Viertelstunde), übernahm natürlich zuerst die Gastgeberin der schönen Bibliotheksräumlichkeiten das Wort, gefolgt von der Leiterin der ALUMNI-Biologie das Wort. Als letztes sprach noch ein geladener Gast, dessen Wichtigkeit mir nicht im Gedächtnis geblieben ist, noch eine Weile über seine Sicht der Dinge. Dann übergab dieser an Frau Andrea Grill, die trotz des etwas improvisiert scheinenden Rednerpults eine gute Figur machte. Sie las dann die nächsten 45 Minuten drei treffend ausgewählte Stellen des Romans mit sympathischer Lesestimme vor ohne zu viel über den unerwarteten Ausgang der Geschichte zu verraten. Es ist doch wieder ganz anders, wenn man einen Roman vorgelesen bekommt. Ich konnte mich noch sehr gut an die eine Szene erinnern, die Frau Grill als zweite Stelle gewählt hatte. Meine Phantasie konnte die Bilder sehr lebhaft umsetzen, und so war ich wieder auf der Insel Mangalemi im Indischen Ozean bei Dr. Caspari in der Schule dabei, um ihm zuzusehen, wie er den Kindern die für die Falter so unersetzlichen Tränen entlocken will.

Dann stand Frau Andrea Grill noch eine Weile für Autogramme und Fragen bereit. Diese Chance nützte ich nur zu gerne und holte mir eine persönliche Signatur ab.

Zu Wein und Brötchen blieb ich nicht mehr lange. Die Brötchen waren bereits bis auf einen weniger Appetit anregenden Rest aufgegessen, als ich nach einer Weile die Bibliothek verließ.  Ich goss mir nur mehr zwei Gläser mit Mineralwasser hinter die Binde und machte mich dann auf den Rückweg durch die vielen Gänge und Stiegen zum Ausgang.

Diese Lesung war wieder ein Puzzlestück meines Lebens, das dieses so bunt macht, wie es nun mal ist.

Herzliche Grüße

LIEBE ZUM LESEN: Tränen für Schmetterlinge gesucht!

Stellt euch vor, ihr seid Wissenschaftler und züchtet eine sehr seltene Schmetterlingsart, die als ausgestorben galt, auf einer Insel im Indischen Ozean. Das Problem ist, dass diese Schmetterling menschliche Tränen der Trauer oder der Freude trinken müssen, um zu überleben. Was würdet ihr tun, um diese aufzutreiben?

Vor genau diesem Problem steht seit 10 Jahren der Wiener Biologe Dr. Franz Caspari, Hauptfigur des Romans „Das Paradies des Doktor Caspari“ von Andrea Grill, einer Biologin, die mittlerweile auch in Wien lebt. Dieses ist im Paul Zsolnay Verlag im Jahr 2015 erschienen.

Er versucht alles, um seine geliebten Schmetterlinge gut zu versorgen. Zuerst nimmt Dr. Caspari die Tiere auf Begräbnissen mit, wo sie sich an den Tränen der Trauernden laben können. Leider sterben auf der Insel Mangalemi viel zu wenige, um die Schmetterlinge am Leben erhalten zu können. Also denkt er sich immer phantasievollere Möglichkeiten aus, um seinen Bedarf an Tränen zu decken. Nebenbei muss dieser sich noch mit einigen anderen kleineren Problemchen herumschlagen.

Mit feinem Witz, guter Beobachtungsgabe und einem guten Gespür, naturwissenschaftliche Vorgänge auf unterhaltsame Art zu erzählen, schildert Andrea Grill das Leben des Wiener Biologen Dr. Caspari.

Viel Spaß beim Lesen,

Eure Caroline

LIEBE ZUM LESEN: Was Ameisen und Affen gemeinsam haben

Ich habe vor ein paar Wochen wieder einmal Lust auf Liebesgeschichten bekommen. Bei meinem Rumgestöbere bei Thalia bin ich auf das witzigste Buch gestoßen, dass ich seit langem gelesen habe. Es ist vom Humor vergleichbar mit dem Roman „Mieses Karma“ von David Safier, doch ganz anders, aber von einer Frau geschrieben.

Der Roman heißt „Ameisen küssen nicht“. Autorin Kerstin Engel beschreibt in ihrem Erstlingsroman die Liebeswirrungen von zwei Wissenschaftlern aus deren Perspektive. Fazit: Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Ein Buch zum Lachen und Verlieben. 🙂

Die erste Hauptperson ist eine Zoologin, die auf Ameisenkunde (Myrmekologie) spezialisiert ist. Sie ist mit der Arbeit verheiratet, hasst nach schlechten Erfahrungen die Liebe und die Männer und kann mit Emotionen überhaupt nichts anfangen. Zumindest tut sie so. Wenn die Dame emotional unter Stress steht, geht früher oder später etwas in Flammen auf. Das ist wahrlich ein großes Problem. Warum, das verrate ich nicht.

Der Mann ist Anthropologe mit Schwerpunkt Primatologie. Er ist Frauenversteher per Excellence, aber mehr von der nichtbindungswilligen Sorte. Er hat eine Frau nach der anderen, liebt jede Form der Emotion bzw. von Gefühlen. Ein humorvoller, engagierter Kerl, der für seine Affen im Regenwald alles tun würde, um sie zu schützen.

Diese beiden ungleichen Typen kämpfen um einen wichtigen Forschungspreis. Beide kommen ins Finale. Auf der Reise nach Norwegen, dem Austragungsort der Endrunde, treffen sich die beiden Konkurrenten „zufällig“ das erste Mal. Er weiß sofort, wer sie ist, sie nicht. Er will das zu seinem Vorteil ausnutzen. Ob ihm das gelingt, wer den Preis am Ende gewinnt und was sonst noch so passiert, solltet ihr unbedingt nachlesen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch

Caroline