LIEBE ZUM LEBEN: Er is geen later! – Es gibt kein Später!

Foto von Dirk R.

Ihr Lieben,

die traurigsten Momente im Leben können das Meiste bewirken. Das erfahre ich gerade am eigenen Leib.

Mein Schwiegervater in spe ist vor zwei Wochen friedlich und schmerzfrei nach langer Krankheit gestorben. Obwohl ich ihn gerade mal ungefähr ein Jahr kenne, ist er mir sehr ans Herz gewachsen. Er hat mich in seine Familie wie eine Tochter aufgenommen. Selten habe ich mich so zu Hause gefühlt, wie in meiner belgischen Familie. Ich bin sehr traurig über seinen Tod, aber auch sehr dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte. Ein Teil von ihm lebt in seinem Sohn weiter.

Das Begräbnis letzten Freitag in Belgien war mehr als berührend. Ich durfte meinem Schwiegervater im engsten Familienkreis die letzte Ehre erweisen und meinen wundervollen, sehr geliebten Lebensgefährten in dieser traurigen Zeit Seite an Seite unterstützen. Ein Königspaar spiegelte sich im Lack des Leichenwagens auf dem Weg zum Friedhof. Unglaublich, welche Entwicklungen wir bereits gemeinsam gemacht haben.

Mir wurde wieder einmal sehr bewusst, wie unendlich kostbar unsere Lebenszeit ist. Er is geen later – Es gibt kein Später. Leben findet nur JETZT statt. Das Lied „Is dit nu later“ von Stef Bos bringt es gut auf den Punkt: https://www.youtube.com/watch?v=ugZUtCVkIaU (auf Niederländisch)

Mir ist aufgefallen, dass Ängste ganz besonders präsent werden, wenn wir uns zu viel Gedanken um die Zukunft machen. Ich bin im JETZT mutig, aber wenn ich beginne über mögliche Konsequenzen nachzudenken, kommt die Angst und ich verschiebe auf später oder mache es nie.

Das Leben ist viel zu kostbar, um ewig der Vergangenheit nachzuhängen oder sich auf schlechte Erfahrungen zu berufen, die schon lange vorbei sind. Natürlich prägt uns unsere Vergangenheit, aber wenn wir in ihr stecken bleiben und in der ewigen Opferhaltung verweilen, dann bringt uns das nicht weiter. Wir haben die Möglichkeit, uns jeden Tag neu für das Leben zu entscheiden. Das Leben ist viel zu kostbar, um nachtragend und schlecht gelaunt zu sein, es ist viel zu kostbar, um endlose Streitigkeiten aufrecht zu erhalten oder immer wieder anzufangen. Wir alle sind Menschen und tun die Dinge so gut, wie wir es gerade in diesem Moment können.

Wir können uns jeden Tag vor Vergebung entscheiden, für Akzeptanz, Liebe und Freude. Es geht nicht darum, schreckliche Erfahrungen gut zu heißen, es heißt nur, dass wir uns dafür entscheiden sollen, dass uns diese Erfahrungen nicht mehr länger beherrschen sollen, nicht mehr länger klein und in der Opferhaltung halten sollen. Erst wenn wir alles gefühlt und alles dazu gesagt haben, dann erst ist echte Vergebung möglich. Gerade jetzt in der Trauer merke ich, dass ich nicht nur um meinen Schwiegervater in spe trauere, sondern auch um vieles aus der Vergangenheit, wo ich zu wenig oder nicht getrauert habe. Mir wird aber auch bewusst, dass jetzt viele meiner Triggerpunkte, die in den letzten Monaten und Jahren viel Stress und Streit verursacht haben, deutlich weniger geworden sind. Das entspannt auch die Partnerschaft.

Wir haben die Macht, unser Leben jeden Tag aufs Neue zu kreieren und auf Freude auszurichten. JETZT ist der richtige Zeitpunkt, der einzige Zeitpunkt, der etwas bewirken kann. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, die Zukunft ist eine Illusion, die sich jedes Mal ändert, wenn wir eine Entscheidung treffen.

Die neue Welt braucht uns alle, jeden und jede in ihrer vollen Authentizität. Jeder und jede von uns hat Fähigkeiten und Gaben, die diese Welt bereichern können. Auch die Trickster, denn diese halten uns den Spiegel vor und zeigen uns, wo wir noch Lerngebiete haben. In der nordischen Mythologie hat diese Rolle der Gott Loki übernommen. Ohne ihn gebe es kein Ragnarök und Balder, der Gott des Lichtes, hätte keine Möglichkeit gehabt, wieder aus dem Totenreich zurückzukommen, um die Welt neu zu gestalten.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein großartiges, erfülltes Leben im JETZT!

Eure Caroline

LIEBE ZUR MAGIE: eine Zeitreise – Siegfried & Roy

https://orf.at/stories/3197328/

Heute ist ein trauriger Tag. 1994 durfte ich Dank meines wunderbaren Vaters Siegfried & Roy mit 10 Jahren live in Las Vegas, im Mirage-Hotel erleben – es war damals mein Herzenswunsch, mit meinem Vater in die USA zu reisen. Er erfüllte mir diesen. Die Show war phantastisch. Ein Feuerwerk der Magie und viele weiße Tiger. Am Schluss zeigten die beiden noch Einblicke in ihr Leben mit den Tieren und sprachen sogar Deutsch, da sie ja ursprünglich aus Deutschland stammten.

Jetzt sind diese großartigen Magier tot. Als Kind liebte ich Zaubertricks und übte auch selbst ein paar ein und führte sie dann der Familie und Freunden vor.

Meine Erinnerungen an diese phantastische Zeit bleiben tief in meinem Herzen. Danke für diese Möglichkeit, bester Päps der Welt! 💖

Alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUM MENSCHEN: Auf den Spuren der Vergänglichkeit

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Aufstieg zur Sophienalpe

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Auf dem Weg zur Sophienalpe

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Gideon Ernst von Loudon Grab

Passend zu Allerheiligen unternahmen wir eine Wanderung auf den Spuren der Vergänglichkeit. Wir fuhren von Hütteldorf mit dem Bus 450 zum Kasgraben und folgten den Hinweisen zum „Wald der Ewigkeit“, wo sich naturverbundene Menschen in Urnen unter Bäumen in einem natürlich gewachsenen Wald beerdigen lassen können. Außerdem soll er auch als Kraftplatz dienen. Ein paar Bänke laden zur Innenschau und zur Besinnung ein. Die Bäume sind mit kleinen Plaketten mit Nummern und teilweise mit Banderolen gekennzeichnet, auf denen z. B. „Baum der Liebe“ oder „Baum des Friedens“ stehen. Ein sehr friedlicher Ort, wie wir beide fanden.

Nach ein paar Minuten in stiller Eintracht auf einer der Holzbänke setzen wir unseren Weg Richtung Sophienalpe fort. Wir gehen einfach die Forststraße weiter und nicht den offiziellen Stadtwanderweg 8, auf den wir dann kurz vor dem Schutzhaus treffen.

Der Herbst zeigt fröhlich sein prächtiges Farbenkleid. Obwohl die Bäume sich auf die lange Winterpause vorbereiten, zeigen sie in dieser Jahreszeit, dass im Tod doch auch immer ein Neuanfang steckt, wenn wir ihn erkennen wollen. Hier sind es die Knospen, die bereits angelegt sind, um im Frühling so früh wie möglich austreiben zu können. Tod steht für mich auch für die Trennung oder das Ende einer Beziehung oder eines Projekts etc.

Wegen des doch unangenehm kalten und heftigen Windes machen wir keine Pause und steigen gleich zur Rieglerhütte ab. Diese erreichen wir nach rund einer halben Stunde. Dort folgen wir der Straße halb rechts und kommen an einem großen Pferdegestüt vorbei.

Wir folgen dann weiter den Wegweisern zu einer großen Hundeauslaufzone. Wir folgen dem schmalen ausgetretenen Pfad nach rechts über die Wiese. Dann sind wir kurz unsicher, wie der Weg denn weitergeht, da die Wegweiser uneindeutig oder umgefallen sind. Wir finden den richtigen Einschlupf in den Wald. Der Weg ist mal leicht ansteigend, dann geht es wieder sanft hinunter oder auch mal flach dahin.

Wir erreichen die sogenannten „Türkensteine“, die Gideon Ernst von Loudon, ein österreichischer Feldherr, Sultan Mahmud I. (1730-1754) nach der Eroberung Belgrads (8. Oktober 1789) abnahm und zur Ausgestaltung seiner zukünftigen Grabstätte mitbrachte.

Kurze Zeit später stehen wir auch schon vor dem Grab des Feldherren Loudon. Wir verweilen kurz und folgen dem Pfad noch ein kleines Stück bis zurück zum Startpunkt. Wir haben Glück, der Bus kommt kurz darauf (fährt an Feiertagen nur alle 30 min).

Allerseelen am nächsten Tag, den wir uns frei genommen haben,  schenkt uns herrlichen Sonnenschein, der uns zu einer spontanen Runde an der Alten Donau verführt. Nur wenige Menschen sind unterwegs, was im Sommer kaum je der Fall ist. Wir genießen die Zeit zu Zweit und die Sonne auf den hölzernen Plattformen, die in das ruhige Gewässer hineinragen.

Ich wünsche Euch allen eine angenehme Zeit der stillen Einkehr. Herbst und Winter passen gut zu Rückzug und Innenschau.

Alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUM KINO: Wie viel wiegt das Leben?

1001 Gramm. Die Antwort auf diese Frage ist gleichzeitig auch der Titel einer sympathischen norwegischen Liebesgeschichte, die mein Schatz und ich am Wochenende im FILMCASINO gesehen haben.

Typisch skandinavischer, trockener Humor gepaart mit einer zarten Liebesgeschichte, aber auch etwas Traurigkeit. Alles gedreht in langen, langsamen Szenen. Ich habe viel gelacht.

Es geht um eine Frau (Marie), die im norwegischen Eichamt arbeitet. Sie fährt durch das Land, um Tankstellen, Waagen u. ä. zu überprüfen. Ihr Vater Ernst Ernst ist im Eichamt schon lange im Dienst und soll in Kürze zu einem „Kiloseminar“ den norwegischen Prototyp des Kilogramms beim internationalen Eichamt in Paris überprüfen lassen. Dazu kommt es nicht, Maries Vater landet im Krankenhaus. Er fragt sich, wie viel er nach seiner gewünschten Feuerbestattung wiegen wird, wenn er eines Tages stirbt. Die Seele wiegt angeblich 21 g. Marie muss für ihren Vater bei diesem Seminar einspringen. Mit dem Kilogramm im Gepäck fährt sie nach Paris, um dort weitere Delegierte mit ihren Prototypen zu treffen. Dort lernt sie auch einen Mann kennen, der, wie auch sie, ein kleines Elektroauto fährt – der Beginn einer neuen Liebe. Langsam, zärtlich, scheu. Ohne große Emotionen, aber mit viel Herz. Fortsetzung folgt…im Kino.

Viel Spaß,

Eure Caroline

LIEBE ZUM LEBEN: Ein Monat Leben

Floggingmaria hat in einem ihrer letzten Beiträge gefragt, was wir tun würden, wenn wir nur mehr ein Monat zu leben hätten. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und eine kleine Liste erstellt.

Hier ist sie also:

  • Sex bei Mondenschein an einem See
  • Im sexy Lederkleid eine ganze Nacht lang durchfeiern
  • Mit einem Esel durch die Stadt reiten
  • Mit meinen liebsten Menschen ganz viel Zeit verbringen
  • Einen Tag lang Schafe hüten
  • Ein Quad kaufen
  • Briefe an meine liebsten Menschen schreiben
  • In jedem Cafe, an dem ich vorbeikomme, eine heiße Schoko trinken
  • Ein Baby zur Welt bringen helfen
  • Einen Landtierarzt einen Tag lang begleiten
  • Ein Ultraleichtflugzeug fliegen lernen
  • Mit Delphinen schwimmen
  • Meine Beerdigung vorbereiten: bunte Gewänder, Tanz, Musik, mich feiern lassen, schamanische Zeremonie
  • usw. 🙂

Also ich hätte genug Ideen, was ich mit meiner verbliebenen Zeit anfangen würde. Es kommt natürlich auch darauf an, wie es mir da physisch gehen würde. Genaugenommen könnte ich all diese Dinge auch machen, wenn ich noch länger zu leben hätte. Warum spricht man über Wünsche erst, wenn man gefragt wird, was man tun würde, wenn man nur mehr einen Monat zu leben hätte? Schon verrückt, oder? Was meint ihr dazu?

Ich liebe das Leben. Ich werde mein Leben jetzt noch bewusster wahrnehmen, mich mehr darauf konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist und was ich nur mache, weil es jemand von mir wünscht, weil es die Gesellschaft so möchte, weil es dafür ungeschriebene Gesetze gibt, weil ich glaube, dass man das so von mir erwartet oder es nur aus Langeweile oder an einem scheinbaren Mangel an Alternativen. Ich habe sooo viele Ideen, aber die Sache mit dem Umsetzen klappt nicht so gut. Das Leben ist viel zu kostbar, um es mit Unwichtigem und Nebensächlichem zu verschwenden. Mein Leben hat mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit verdient. Ich will meinen Herzenswünschen, meinen Träumen wieder mehr Raum geben. Ein guter Plan. 🙂

Danke, liebes Leben, dass du mit mir bist. Ich freue mich jeden Tag darüber, dass ich leben, lieben und lachen kann und dass ich meine liebsten Herzensmenschen treffen kann, um mit ihnen diese kostbare Zeit des Lebens zu verbringen, um mich zu entwickeln, zu erblühen und meine Wünsche nicht bloß zu träumen, sondern auch umzusetzen.

Nützt dieses wertvolle Geschenk, um all eure Träume umzusetzen und eure Wünsche zu leben! Ich wünsche euch viel Kraft und Mut dafür!

Herzliche Grüße,

Eure Caroline

LIEBE ZUM LEBEN: Zufriedenheit

Mein Schatz und ich haben am Wochenende sehr interessante und gute Gespräche geführt. Unter anderem darüber, ob wir zufrieden sein können mit dem Leben, das wir geführt haben.

Mein Onkel ist leider seit einigen Wochen schwer krank. Er ist derzeit in einer neurologischen Rehab-Einrichtung untergebracht. Leider hat mein Onkel kaum Interessen gehabt, außer seinen Arztberuf, Tennis spielen und Haifische. Trotzdem glaube ich, dass er, wenn mein Onkel nochmals die Chance dazu bekäme, wieder alles so machen würde, wie er es gemacht hat.

Da ist mir bewusst geworden, wie viel mich interessiert und wie viel ich schon gemacht habe. Wenn ich jetzt tot umfallen würde, dann wäre ich sehr stolz und zufrieden aus meinem Leben gegangen. Das ist ein total befreiendes Gefühl für mich.

Natürlich haben sich meine Lebenspläne immer wieder geändert, und ich mache derzeit nichts aus meinem Studium oder meinen anderen Ausbildungen, dennoch habe ich so viele andere Sachen gemacht und Menschen kennengelernt, die mich gelehrt, berührt und erfüllt haben, dass ich total zufrieden bin. Es ist wichtig im Jetzt und Hier zu sein. Die Zukunft wird noch geschrieben, die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern. Ich bin froh, dass ich mein Leben genau so gelebt habe, wie ich es getan habe.

Das Schicksal hat die Meilensteine meines Lebens sowieso gesetzt, also wird alles, was ich erleben soll, auch eintreffen. Alles dazwischen und die Dauer zwischen zwei Meilensteinen bestimme ich selbst, so zumindest meine Vorstellung.

Seid ihr mit eurem Leben zufrieden? Ich freue mich über eure Kommentare.

Herzliche Grüße,

Eure Caroline