LIEBE ZUR NATUR/KUNST: Altbekannte Wege und neues Museum – Wachau/NÖ

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Den Welterbesteig von Dürnstein nach Krems-Stein sind wir – ähnlich einem Ritual für den beginnenden Herbst meist zur Weinlese – schon ein paar Mal gegangen. So auch dieses Jahr, letzten Sonntag war es soweit. Das Wetter war perfekt – wolkenloser Himmel, Sonnenschein pur. Ein Meer aus Weinreben, dick mit Trauben behängt. Partnerschaftliche Vertrautheit, die Fülle des Lebens umarmend. Kaum etwas ist schöner als mit meinem Schatz meine Naturleidenschaft zu teilen. Angenähert über viele Jahre hat er gelernt, mehr auf die Tierchen und Wunder der Landschaft zu schauen, ich habe gelernt, dass Wandern – Bewegung im Allgemeinen – große Freude macht und dem Körper gut tut. Es geht schon lange nicht mehr um höher, schneller, weiter – was ihm früher wichtig war – sondern um den Genuss am Gehen, am Zusammensein, um Erdung, um die Liebe zur Natur. Das war ein langer Prozess. Ein guter und wichtiger.

Ein Besuch der neuen Landesgalerie auf der Kunstmeile Krems rundete unseren Wachaubesuch diesmal ab. Mein Schatz wollte anfangs noch andere Museen besuchen, aber ich wusste, dass mir das zu viel werden würde. Nachdem wir das Museum vom Keller bis zum Dach besichtigt hatten, immerhin fünf sehr unterschiedliche Ausstellungen, wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. 🙂 Die hellen, großzügigen Ausstellungsräume gefielen mir gut, die Aussicht vom Dach auf den darunter liegenden Kreisverkehr weniger.

Alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: die 1. Herbstwanderung

Den wunderbar sonnigen, wen auch windigen, Sonntag nutzten wir für eine herbstliche Wanderung entlang des 1. Wienerhochwasserleitungsweges zwischen Gumpoldskirchen und Mödling. Der Pfad wird leider auch von Radfahrern genutzt, obwohl es weiter unten auch einen eigenen Radweg dafür gibt, dafür ist er die meiste Zeit eben.

Die herbstlich angehauchten Weinberge liegen friedlich zu unseren Füßen, ein paar Krähen laben sich an den süßen Trauben, die auf die Spätlese hoffen. Der Himmel ist bis auf ein paar harmlose Schleierwolken wolkenlos und gestattet uns eine weiten Blick über die Landschaft und später auch über Mödling. Wir rasten nur zwei Mal kurz, um zu trinken und die Natur zu genießen. An einer Stelle beobachte ich einen Greifvogel, der von einer, dann sogar zwei Krähen verfolgt wird. Die Verfolger schrauben sich in die Luft, um über ihr Opfer zu gelangen und dann im Sturzflug anzugreifen. Der Greifvogel gibt nach ein Angriffen auf und verschwindet hinter hohen Gräsern. Ich hoffe, er überlebt.

Es ist viel los. Häufig kommen uns Zweier- oder Vierergruppen mit oder ohne Hund entgegen, selten auch einzelne Personen. Ein Läufer mit einem Australian Shepherd (brav mit Beißkorb) jagt an uns vorbei. Den Hund freut es sichtbar.

Gegen Ende des Weges geht es entlang einer schon etwas maroden Backsteinmauer den Berg hinauf, schon haben wir das offizielle Ende erreicht, doch der Bahnhof von Mödling ist noch weit. Wir durchqueren die halbe Stadt, wie mir scheint, bis wir endlich das gesuchte Gebäude sehen können.

Dafür besuchen wir noch schnell den Bäcker im Bahnhof, um uns zu stärken. Mir fallen die besonders freundlichen Mitarbeiter auf. Wir werden sogar gefragt, ob wir ein Glas Leitungswasser haben möchten. Sehr aufmerksam! Dankeschön.

Ich bekomme Lust auf einen „Sturm“ (ein alkoholisches Getränk aus vergorenem Traubensaft, das aber noch kein Wein ist). Wein schmeckt mir nur, wenn er schön süß ist, dafür genieße ich davon selten mehr als ein Glas. Das reicht mir dann schon für den Genuss.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Herbst!

Eure Caroline

 

LIEBE ZUR NATUR: Wein und Wald

 

Süße, pralle, reife Trauben hängen von den Reben der Weinstöcke herab. Das ist pures Leben. Die Sonnenanbeter hängen dicht an dicht und warten auf die erfahrene Hand des Winzers, um endlich zu ihrer Bestimmung zu gelangen. Obwohl ich keine besondere Weintrinkerin bin, lockt mich doch hin und wieder, eine Spätlese oder auch eine Beerenauslese zu genießen. Die klassischen beliebten trockenen Weine liegen mir gar nicht. Hier bin ich wirklich eine Süße, auch beim Bier.

Die wunderbaren Trauben machen mir Lust, sie zu vernaschen. Doch bevorzuge ich die kernarmen Esstrauben. Da habe ich dann immer das Bild vor Augen, wo die römischen Kaiser auf ihren Bänken liegen und sich die verehrten Trauben von den Dienerinnen in den Mund gehalten zu bekommen, damit sie nicht mal dafür einen Finger krumm machen müssen. Der Wein wurde ja damals mit Wasser verdünnt getrunken, heute würde man „gepanscht“ dazu sagen. Im alten Griechenland und Rom war das so Sitte. Je nachdem, wie die Stimmungslage auf dem Fest war, wurde das Verhältnis Wein zu Wasser entweder zu Gunsten des vergorenen Traubensafts oder des Wassers verändert.

Zurück in die Wachau, wo diese Fotos entstanden sind.

Mein geliebter Schatz und ich haben es uns zur Tradition gemacht, den Herbst mit einer Wachau-Wanderung einzuläuten. Bisher immer den Welterbe-Steig von Dürnstein nach Krems. Diesmal aber wollten wir eine neue Strecke ausprobieren.

10,5 km durch Weinberge und durch Wald von Kirchenplatz in Spitz über das bekannte „Rote Tor“ zum Marktplatz von Weißenkirchen. Wir starten bei der Bus-Station Spitz-Rollfähre. Dort gehen wir erst den Schildern „Rotes Tor“ und „Kirchenplatz“ folgend bis zur Kirche, wo diese Etappe des Welterbe-Steigs beginnt. Anfangs geht es durch dichte Weinberge ca. 15 min hinauf zum „Roten Tor“, einem Überbleibsel der Markbefestigung, von wo wir einen tollen Ausblick über die Gegend hatten. Dann geht es erst recht steil bergab in den Wald, bis es bei einer Kreuzung und in langen Kehren den Berg hinauf geht. Oben angekommen geht es dann wieder ein Stück ins Tal, bevor der Weg links über eine kurze Kuppe auf schmalem Pfad quer durch den Wald mehr oder weniger auf gleicher Höhe weiter geht. Das war das beste Stück dieser Etappe. Später kommen auch immer wieder herrliche Ausblicke auf die Donau und die nahe Umgebung. Bei einer Wiese kann man Richtung St. Michael abzweigen (ca. 20 min). Wir aber folgten dem Weg weiter Richtung Weißenkirchen. Nach einer Weile gelangt man auf eine breite Straße, die zuerst auf etwa gleicher Höhe mit dem Pfad und dann steiler bergab geht. Etwas versteckt hinter Holzstapeln geht nach ein paar Minuten eine Abzweigung steil bergauf in den Wald. Nachdem wir diesen doch längeren Anstieg bewältigt haben und den Wald in einer langen Kurve verlassen, kommen wir auf einer Anhöhe wieder in die Weinberge mit ihren vor Leben überquellenden Weinstöcken. Ab da geht es dann stetig bergab, bis wir die Ausläufer von Weißenkirchen erreichen. Ein paar Minuten später erreichen wir den Marktplatz, wo diese Etappe offiziell endet. Insgesamt waren wir inkl. zwei kurzen Pausen in 3. 15 h in Weißenkirchen. Eine gute Grundkondition ist für die beiden steilen, längeren Teilstücke unbedingt erforderlich.

Ich wünsche Euch allen eine wunderbare Woche und danke fürs Lesen!

Alles Liebe

Eure Caroline

LIEBE ZUR NATUR: Wein, Wald und ein Engel

Die Weinstöcke warten schon auf den Winter. Noch tragen sie die letzten Trauben, die für den Eiswein bereit sind. Die nun schon sehr süßen Früchte sind jetzt reif für die Ernte. Die schnelle Abkühlung hat die Natur verwirrt. Die Bäume wissen gar nicht, welche Farbe ihre Blätter annehmen sollen. Große Teile der Landschaft sind noch grün, andere bereits gelb oder rot, manche tragen sogar alle drei Farben auf ihren Blättern.

Der Herbst zeigte sich am Sonntag bunt, nebelig, feucht und kalt. Trotzdem sind wir gestern zu einer meiner Lieblingswanderungen in dieser Jahreszeit aufgebrochen.

Der berühmte Welterbesteig (Welterbe-Steig) in der Wachau hat viele Etappen, aber die schönste, meiner Meinung nach, ist die Strecke zwischen Dürnstein und Krems. Nur das letzte Stück bis zum Bahnhof in Krems liegt an der Straße, sonst wechseln sich genussvolle Waldstücke mit offenen Weitblicken in die umliegende Weinlandschaft ab. Man darf diese Etappe aber nicht unterschätzen. Es geht in ca. 3 Stunden doch immer wieder ganz schön rauf und runter. Ich war danach müder als letzthin nach den über 5 Stunden auf der Rax über mehrere kleinere Gipfel. Wegen der schlechten Witterung konnten wir aber auch kaum Pausen einlegen, was die Anstrengung natürlich wesentlich größer macht.

Was mir auch sehr gefällt, ist der „Weinengel“ des Künstlers Fritz Gall (www.weinengel.at, http://www.fgall.com), der an einem aussichtsreichen Wegstück thront (s. oben). Die Kunstwerke des Künstlers haben alle mit Wein zu tun und bestehen auch meistens aus Teilen von Weinstöcken und Metall.

Die erdige Kraft des Weins und die beschützende Hand des Waldes erden mich immer gut und helfen mir, gelassener und ausgeglichener zu sein. Gerade in stressigen Zeiten oder wenn viel Neues, wie jetzt gerade, in mein Leben kommt, brauche ich sehr viel Erdung, innere Reinigung und guten Schlaf.

Ich wünsche euch eine erholsame Herbstzeit und viel Gelassenheit und Ausgeglichenheit! Herbstzeit ist der langsame Rückzug der Natur mit der Vorbereitung auf den Winter. Auch uns Menschen tut es jetzt gut, etwas ruhiger zu treten und sich viel Zeit für sich allein zu nehmen, soweit das für den Einzelnen möglich ist.

Liebe Grüße,

Eure Caroline