LIEBE ZUM REISEN: 37 Fragmente eines Zufalls Teil 2

Ich glaube nicht an den Zufall. Wenn etwas geschieht, dann, weil ich zur rechten Zeit am rechten Ort war und es mir zufallen sollte. Mein Schatz hat das bereits mit seinem Gastbeitrag gezeigt. Heute erzähle ich Euch von einer anderen unglaublichen Begegnung.

Der Schauplatz: Vilnius/Litauen. Wir betreten die Touristeninformation im historischen Gebäude. Fragen nach Kinos in der Altstadt. Die hilfsbereite Mitarbeiterin zeichnet uns zwei ein. Eines der Filmtheater befindet sich nicht so weit von unserer Unterkunft entfernt. Wir beschließen, wir werden dieses zuerst aufsuchen. Gesagt, getan. Nachdem wir uns zuerst etwas verlaufen haben, finden wir dann doch dorthin.

Leider hat das Lichtspielhaus geschlossen. Ein hübsche junge sympathische Frau bemerkt uns und erklärt freundlich, dass das Kino bis Ende September renoviert wird. Wir bedanken uns, ich mache ihr ein Kompliment für ihre schönen Ohrringe, die kleine Bäumchen darstellen. Sie freut sich und lächelt. Mein Schatz erzählt ihr von unserer Vorliebe für Filme und dass wir auch gerne auf  Reisen ins Kino gehen. Sie ist ganz begeistert und erzählt uns, dass sie das ebenfalls gerne tut. Schließlich ist sie „Film director“ (Filmregisseurin). Sie hat eben einen Film fertiggestellt, der „Gentle Warriors“ heißt. Sie unterstützt unseren Plan, ein Kino im Ausland zu besuchen. Sie sagt auch, dass es hier in Vilnius noch ein zweites Kino gäbe, das sie uns sogleich auf der Karte zeigt; es ist das selbe, welches auch die Touristeninfo-Mitarbeiterin eingezeichnet hatte. Wir bedanken uns für ihre Hilfe. Ihren Namen erfahren wir leider nicht. Wir vergessen zu fragen. Wir abschieden uns freundlich, sie dreht sich um und geht ihrer Wege.

Nach langer Suche finden wir dann auch das andere Kino, leider spielt dieses gerade keine interessanten Filme. Wir sahen später dann doch noch einen Film, aber in Riga.

Zurück in Wien recherchiere ich. Danke des Filmtitels finde ich die junge Regiesseurin sofort. Wir erkennen sie auf den Fotos wieder. Sie heißt Marija Stonytė, lebt in Vilnius und zusammen mit ihrer Kollegin und der Filmproduktion MOONMAKERS gewann sie ein höheres Preisgeld bei einem Wettbewerb. Wir staunen.

Wir hatten eine zukünftige Prominente getroffen. 🙂 Eine erfolgreiche Nachwuchsregisseurin vor einem Kino. Wie cool ist das denn?

Uns passieren solche Begegnungen oft auf Reisen, weil wir uns nicht wie Touristen benehmen, sondern wie Reisende. Wir tauchen in das fremde Land ein, lassen uns treiben, behandeln die Leute mit Freundlichkeit, Interesse und Respekt. Das wirkt Wunder.

So wird eine Reise zu einem ganz besonders einzigartigen Erlebnis.

Alles Liebe

Eure Caroline

PS. Hattet Ihr auch schon mal solche Begegnungen? Erzählt uns doch bitte davon in den Kommentaren oder schreibt mir eine Mail (Adresse unter Kontakt).

 

LIEBE ZUM REISEN: 37 Fragmente eines Zufalls Teil 1 – GASTBEITRAG

Autor: P.

Im Winter, wenn die Sehnsucht nach dem Sommerurlaub wächst, durfte ich meine Schatz verschiedene Urlaubsziele vorschlagen. Caroline entschied sich recht schnell für eine Baltikumreise. Wie in der Vergangenheit begann ich mit dem Erstellen eines Reiseplans. Wenige Tage vor Abreise studierte Caroline überraschend die Reiseliteratur, was sie sonst erst während der Reise praktiziert.

„Unbedingt nach Kuldiga (abseits der gängigen Routen)! Dort befinden sich weiße Sandhöhlen, ein bestimmt mystischer Ort.“

Kurz war ich verdutzt, dann einigten wir uns beide – wie bewährt – zu bleiben, wo es uns gefällt, um dann weiterzuziehen.

Ein hart gefederter Bus russischer Bauart entlud uns dann in der Mittagshitze am Stadtrand von Kuldiga. Die nächst gelegene günstige freie Unterkunft entpuppte sich als umgebaute Garage im Hinterhof. Na ja, für den Notfall. Also weiterschauen, trotz all dem Reisegepäck. Etwas abseits, dafür direkt am breitesten natürlichen Wasserfall Europas, hatten wir Reiseglück, in einem Blockhaus unterzukommen. Traumhaft! Wir bleiben länger.

Am letzten Abend zur blauen Stunde bekam ich Lust auf ein Abschiedsbier. Nein, dieses Mal nicht in eines der romantischen Alternativcafés im Städtchen, sondern gleich ins nahe Bistro am Parkplatz. Schade, der Fensterplatz mit Panoramablick war belegt. Unser Nebenplatz war flankiert von Pokalen und einer riesigen Vase. Caroline machte mich aufmerksam: „Da ist ein Radfahrer darauf zu sehen.“ Winner: Mailand – San Remo. Die junge Kellnerin war gekommen und unsicher bei meiner umständlichen Bierbestellung. „Moment, please!“. Der Chef kam und verstand sofort. Beim Entschwinden sagte ich, ob das sein Pokal sei. Er lächelte und erwiderte: „Yes, in the same year I was worldchampion.“ und verschwand. Ich schmunzelte zweifelnd – Männer eben. Trotzdem bezahlte ich später bei ihm an der Theke und verabschiedete mich mit einer Verbeugung. „Respect, people like you give me so many exciting moments watching bike races. Thank you.“ Er lächelte herzlich und schlug dabei eine Glocke – sicher original vom Bahnradsport.

Unsicher der Begegnung googelte ich in der Unterkunft. Tatsächlich, Romans Vainsteins – 1. Ostblock-Straßenradweltmeister im Jahr 2000. Tour de France – Giro – Vuelta – Mailand San Remo etc.

Danke, mein Schatz, für Deinen Reisewunsch nach Kuldiga und das Abschlussbier im Bistro!

P.

Anmerkung: Kuldiga ist eine Stadt in Lettland.

LIEBE ZUM REISEN: Mallorca im Winter

Die letzte Reise des Jahres steht an. Mein Schatz und ich fliegen über die Weihnachtsfeiertage nach Mallorca und kommen erst am Silvestertag wieder zurück. Mein Schatz hat auch noch in den letzten Tagen des alten Jahres einen runden Geburtstag und dafür hatte er die Idee, mich auf diese Reise einzuladen. Sehr lieb von ihm. Mein Schatz wünscht sich schon lange, zu Weihnachten im Ausland zu sein. Diesen Wunsch erfülle ich ihm nur zu gerne, besonders auch, weil wir zusammen jetzt schon seinen 2. runden Geburtstag zusammen feiern werden. Es ist immer wieder interessant, wie andere Menschen, Kulturen etc. Weihnachten feiern. Es soll in Palma de mallorca einen schönen Weihnachtsmarkt geben.

Sogar im KURIER war vor wenigen Wochen ein Bericht, welche Vorzüge es hat, wenn man im Winter nach Mallorca fliegt. Ich habe diese Massentouristeninsel immer abgelehnt und war daher auch noch nie dort. Mein Schatz hat mir aber die Insel schmackhaft gemacht. Er war vor vielen Jahren einmal dort, zwar nicht im Winter, aber sie soll sehr schön sein, wenn man sich für mehr interessiert, als für Party, Sauferei und heiße Frauen.

Ich bin jetzt schon sehr neugierig. Ich brauche jetzt nur mehr meine Reisetasche zu packen und mich zu freuen. Diesmal bin ich überzeigt, dass alles gut laufen wird. Die letzten beiden Flugreisen sind ja leider ins Wasser gefallen.

Eine lustige Geschichte gibt es auch noch:

Mein Schatz ist Physiotherapeut in einem physikalischen Ambulatorium. Da kam er also mit einem Patienten ins Gespräch. Mein Schatz erzählt ihm von den Urlaubsplänen. Es stellt sich heraus, dass der Patient auch zu Weihnachten nach Mallorca fliegt. Das ist aber noch nicht alles. Er sitzt sogar im gleichen Flieger und wohnt nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt in einer Unterkunft. So klein ist manchmal die Welt. An Zufälle glaube ich ja sowieso nicht. Selbst was uns zufällt, sollte so sein. Also ich bin jetzt schon sehr neugierig, wer das ist. 🙂

Noch ganz wunderbare Tage im alten Jahr und frohe Weihnachten!

Eure Caroline