LIEBE ZUM REISEN: Mallorca im Winter Teil 2

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mallorca hat mich positiv überrascht. Ich hatte Vorurteile gegen diese Insel. Saufen, endlose Partys, dumme Anmachsprüche und Lärm, so dachte ich. Nun das Denken ist oft das größte Problem bei uns Erwachsenen. Lieber selbst ein Bild machen.

Eine Woche Mallorca zu Weihnachten. Zudem noch die Geburtstagsreise für meinen Schatz. Perfekt.

Überraschung Nummer 1: das Wetter war super angenehm, 17-19°C Höchsttemperatur, fast durchwegs wenig Wind, meist ungetrübt sonnig. Im Winter ist das Meer schon zu kalt, um schwimmen zu gehen. Nur ein paar wenige Wassersportler waren noch im Neoprenanzug anzutreffen.

Überraschung Nummer 2: im Winter wenig Menschen, von Lärm keine Spur, am berühmten „Ballermann“: tote Hose, keine Saufgelage, keine zwielichtigen Verkäufer, viele Geschäfte geschlossen. Die berühmten Strandlokale heißen übrigens auf spanisch „Balneario“. Durch eine Verballhornung wurde „Ballermann“ (ballern – viel Alkohol trinken) daraus. Der spanische Begriff bedeutet „Heilbad“. Ich vermute, dass damit einfach eine Strandhütte gemeint ist, wo man Duschen und ein WC vorfinden und etwas zu Essen und Trinken kaufen kann, wie sie oft an Stränden vorzufinden ist.

Überraschung Nummer 3: eine sehr vielseitige Insel: diverse Wassersportarten, Küstenwanderungen, Rad fahren, Bergwandern, Strand, Shoppingcenter (wer es braucht), viele kleine Geschäfte, Höhlen, Wasserpark (wem das Meer und der Swimmingpool des Hotels nicht genug ist), Aquarium, Cafes, Restaurants, Botanischer Garten mit 10.000 Kakteen und diversen einheimischen Pflanzen, Museen (Miro, Moderne Kunst)…

Überraschung Nummer 4: viel Deutsche Küche (wem die einheimische nicht reicht oder nicht neugierig ist; soll es ja geben)

Überraschung Nummer 5: obwohl die spanische Küche bekannterweise nicht für ihre vegetarischen Spezialitäten berühmt ist, haben wir doch in Palma ein relativ großes rein vegetarischen/veganes Restaurant entdecken können.

Was wir gemacht haben: 3 Tage haben  wir ein Auto bei einem sympathischen, korrekten und sehr günstigen einheimischen Verleiher (wer die Adresse braucht, bitte bei mir melden) genommen.

Wanderung auf den Talaia de Alcúdia, der höchsten Erhebung der Halbinsel Victoria im Norden der Insel. Vom großen Parkplatz aus ca 55 Minuten zuerst auf breitem Feldweg, dann auf schmalem Pfad teilweise rutschig und felsig hinauf zum Gipfel mit Häuserruinen und einer Gipfelmarkierung (kein Kreuz) samt einer Herde endemischer Wildziegen in Sichtweite. 🙂

Besuch der Drachenhöhlen (Cuevas del Drach) bei Puerto Cristo. Eine riesigen Tropfsteinhöhle mit Livekonzert auf einem der größten unterirdischen Seen Europas (benannt nach dem Forscher Martel, die Höhle 1896 entdeckte) kann besichtigt werden. 1.200 m können über Wege und Treppen besichtigt werden. Die Gruppen werden, anders als auf der Homepage angegeben, sehr wohl von einem Führer begleitet, der auch ein paar Fakten zur Höhle erklärt. Die Cuevas del Drach sind eine der wichtigsten touristischen Ziele auf Mallorca.

Besichtigung der Orte Caimari, eine Olivendorf am Fuße der nordwestlich gelegenen Berge nahe der Stadt Inca. Berühmt für seine Olivenprodukte, die aus den Mühlen vor Ort gewonnen werden. Leider war wegen den Weihnachtsfeiertagen dort nicht los und alles geschlossen.

Besichtigung des Hafens in Puerto Cristo und dem Strand von Cala D’or (typischer Touristenort mit Häusern im blau-weißen „Ibiza-Stil“, nur im Sommer was los).

Küstenwanderung am „Kap des weißen Goldes“ – Cabo de Salinas -, der südlichsten Spitze von Mallorca. Die Gegend ist berühmt für seine Salzherstellung. Davon merkt man aber kaum was. Weite Teile sind großräumig abgegrenzt und nicht zugängig. Die Küstenwanderung ist toll, aber nur im Frühjahr, Herbst oder Winter zu empfehlen, da keinerlei Schatten vorhanden ist. Im Sommer ist dank der vielen malerischen Buchten auch viel los und ohne guter Sonnencreme, viel Wasser und Kopfbedeckung geht dort gar nichts.

In Ses Salines gibt es einen botanischen Garten mit 10.000 Kakteen und vielen einheimischen Pflanzen. Wir haben diesen aber nicht besichtigt. Eintritt: EUR 10,40

Cala Pi, ein paar Kilometer westlich von Ses Salines gab es auch einen schönen, schmalen Strand zum besichtigen, eingegrenzt von hohen Klippen. Über ein paar Duzend Stiegen kommt man zum Meer hinunter.

Natürlich haben wir uns auch einen Teil der Altstadt von Palma angeschaut. Die Kathedrale von Palma ist von Außen beeindruckend, drinnen waren wir nicht. Es gibt eine längere Einkaufsstraße mit vielen Delikatessengeschäften, auch biologische Waren aus heimischer Produktion sind zu finden. Eines war sehr sympathisch, von einer netten Deutschen geführt. Dort gab es diverse Essige, Olivenöle, Pestos, Gewürze und andere Leckereien. In einer Seitenstraße fanden wir ein sehr nettes Buchgeschäft samt integriertem Cafe. Sogar ein größeres rein vegetarisch/veganes Lokal haben wir finden können.

Zum Geburtstag meines Schatzes machten wir mit einem Tandem einen Ausflug zum Museum von Joan Miro am Rande von Palma. Miro ist einer meiner absoluten Lieblingskünstler. Er lebte seit den 1950er Jahren ständig auf der Insel und hatte dort sein Atelier und sein Refugium. Nach seinem Tod lies seine Frau daneben ein Museum erbauen, wo diverse Kunstwerke von Joan Miro ausgestellt sind. Auch ein paar Plastiken und Figuren sind zu sehen. Das Atelier, wie auch sein Refugium, kann eingeschränkt besichtigt werden.Der Eintritt ins Museum samt Garten kostet EUR 6,00 und beinhaltet auch das Atelier und das Refugium, die in wenigen Schritten zu erreichen sind. Ein kleiner Museumsshop ist auch vorhanden. Im Garten befindet sich auch ein Wasserbecken samt Schildkröten und Fischen. Eine schwarze Hauskatze gibt es auch.

Fazit: ich kann die Insel außerhalb der Hauptsaison (Juli bis September) nur jedem empfehlen. Es gibt für jeden Urlaubstyp etwas zu entdecken.

Unbedingt probieren sollte man die berühmten Ensaimadas (eine Art Hefe/Germgebäck mit Schmalz), aber bitte vor Ort in einer der vielen Bäckereien und nicht teuer am Flughafen. Auch nicht unbedingt die große Familienvariante mit dicker Cremefüllung, sondern die einfache Version nur mit etwas Zucker obenauf.

Außerdem empfehle ich den „Meeresfenchel“ (mallorquí: fonoll mari), einem in Meeresnähe wachsenden Korbblütler, dessen fleischige Blätter samt Stängel, meist in Essig eingelegt, dem Geschmack von Fenchel ähneln, aber etwas pfeffriger schmecken. Früher diese Pflanze schützte dank seines hohen Vitamin C-Gehalts und seines Vorkommens in Küstennähe die Seefahrer vor Skorbut.

Bleibt neugierig und herzliche Grüße,

Eure Caroline

 

 

 

Advertisements

6 Gedanken zu “LIEBE ZUM REISEN: Mallorca im Winter Teil 2

  1. ich mag mallorca total gern und war nun schon 2x dort. es geht eigentlihc auch im sommer ganz gut, wichtig ist halt, dass man weg vom ballermann kommt – obwohl das ja soweit ich weiß mittlerweile schon recht eingeschränkt wurde. die insel hat viel zu bieten, ich kann mir durchaus vorstellen, dass – wenn es sich ergibt – ich wieder mal hinfahren werde.

    • Liebe Paleica, ja, da hast du recht. Wenn man weiß wo, dann kann natürlich auch im Sommer nach Mallorca fahren. Für mich war es dir erste Reise dorthin. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Caroline

  2. Wunderschöne Insel 💗 Freue mich immer, wenn Menschen ihre „schlechte“ Meinung revidieren können, nachdem sie sich auf die Insel einlassen konnten. Schöner Blogpost!

    • Liebe Sabrina, danke für deinen lieben Kommentar. Mein Schatz hat mir die Insel schmackhaft gemacht. 🙂 Ich habe von ihm viel gelernt. Gerade beim Reisen konnte ich durch ihn viele unnötige und falsche Vorurteile abbauen. Er hat mir auch Mallorca schmackhaft gemacht.

      Herzliche Grüße aus Wien, Caroline

      • Ich habe meinen Mann auch von Mallorca überzeugen können. Wenn unsere Tochter ein wenig größer ist, wird er mich dann für Thailand begeistern wollen. Da bin ich sehr gespannt drauf. Und bis dahin fliegen wir noch ein,zwei Mal nach Mallorca 😉 Herzliche Grüße zurück!

      • Liebe Sabrina! Danke für deine nette Geschichte. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Neugier, Offenheit und Begeisterung für eure Reisen in bekannte und fremde Länder. 🙂 Jedes Land hat seine Besonderheiten, seine Kultur und interessanten Plätze. Ich finde, gerade von Kindern können wir Erwachsenen noch eine Menge über Toleranz, Begeisterungsfähigkeit und Offenheit lernen. Manchmal wünschte ich, ich könnte die Welt mit Kinderaugen sehen. Da hätte ich ständig etwas zu staunen. 🙂

        Herzliche Grüße,
        Caroline

Schön, dass du mir schreiben willst !

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s